05. Juli 2019
05.07.2019

Tierheim in Andratx gibt auf und sucht Paten für alte Katzen und Hunde

Wegen eines Rechtsstreits wird das Heim wahrscheinlich bald geschlossen. Die Tierhilfe Mallorca will zumindest das Einschläfern von über 100 Tieren verhindern

05.07.2019 | 12:18
Tierheim in Andratx gibt auf und sucht Paten für alte Katzen und Hunde

Jetzt sind die Tierfreunde auf Mallorca gefragt: Nach 32 Jahren Arbeit stellt sich die Tierhilfe Mallorca - mit immerhin sieben Angestellten - darauf ein, dass sie ihr Heim aufgrund rechtlicher Probleme mit der Gemeinde aufgeben muss und sucht nun dringend nach Familien, die die verbleibenden Hunde und Katzen bei sich aufnehmen. Am Donnerstag (4.7.) schaute die Ortspolizei Andratx gleich zweimal in dem Tierheim vorbei, machte Fotos und fertigte Skizzen an. Nun wolle man so schnell wie möglich handeln, erklärt Vereinsvorsitzende Helga Knies telefonisch der MZ.

Hintergrund sei ein Rechtsstreit über die Lizenz der Tierheimbetreiber. "Im Moment liegt die Entscheidung vor Gericht in Palma", meint Knies. Der Inhaber eines Nachbargrundstücks habe jahrelang nach Gründen gesucht, die Betreiber des Tierheims loszuwerden, weil ihn ein Durchgangsrecht über sein Grundstück an ambitionierten Bauplänen hindere. Nun habe er anscheinend einen Weg gefunden. Auch weil die 78-jährige Tierhilfe-Gründerin keinen Nachfolger hat,  stellt sie sich darauf ein, dass sie auf kurz oder lang schließen muss. "Seit zwei Monaten nehmen wir keine neuen Tiere auf und warten auf das Gerichtsurteil", versichert Knies. Aber um die Tiere, die noch im Heim sind, wolle sie sich so gut wie möglich kümmern und verhindern, dass sie eingeschläfert werden müssen.

Dabei geht es um 38 Hunde und 70 Katzen. "Viele Hunde sind groß und schwarz und deswegen schwer zu vermitteln. Andere Tiere sind alt oder krank und müssen deshalb häufig zum Tierarzt", erklärt Knies. Die Tierhilfe Mallorca wäre bereit, die Kosten zum Beispiel für den Tierarzt oder den Unterhalt der Hunde und Katzen zu tragen. "Das muss man mit jedem einzelnen aushandeln", fügt sie hinzu. "Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Tiere nach Son Reus kommen und möglicherweise eingeschläfert werden", sagt Knies. Die Behörden bitte man deswegen, um eine Frist "bis mindestens Ende des Jahres", um die Tiere vermitteln zu können. Und die Tierfreunde auf Mallorca bitte man darum, Kontakt aufzunehmen und möglichst schnell das eine oder andere alte Tier aufzunehmen, damit es einen würdigen Lebensabend verbringen könne. /tg

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