05. Juli 2020
05.07.2020
Mallorca Zeitung

Erdbeeren pflücken und Tiere streicheln in Llucmajor

Zwischen S'Aranjassa und Llucmajor hat der Deutsche Jens Heidenreich einen Erlebnisbauernhof hochgezogen. Hier kann man Tiere knuddeln, Erdbeeren pflücken, Gemüse kaufen und Hunde trainieren

05.07.2020 | 01:00
Jens Heidenreich, Dominique Dresser und Dani Gomes (re.) vom Weinland Mallorca. Dani Gomes kümmert sich vorwiegend um die Tiere und macht sie mit viel Geduld handzahm.

Auf der Finca Fresopolis vom Weinland Mallorca kann man mit ein bisschen Fantasie einmal ausprobieren, wie sich das öffentliche Leben eins Popstars anfühlt. Bei den Fans handelt es sich allerdings um Streichelzoo-Tiere, die mit einem kleinen Futterbehälter, voll mit frischem Gemüse (drei Euro), bestochen werden. Allergrößte Aufmerksamkeit wird einem zuteil, wenn man sich den Gehegen nähert. Zwei schwarze Minischweine grunzen vorfreudig, Zwergziegen staksen herbei, Schafe verdrehen wollüstig die Augen nach dem jungen Gemüse im Becher, ein Hase wackelt aufgeregt mit der Nase. Jetzt gilt es, das Holztor zum Gatter zu öffnen und umringt von der aufgeregten Masse auf einem der aufgestellten Holzstümpfe Platz zu nehmen. Statt Autogrammen verteilt man Mohrrüben und kann seine Anhänger ordentlich knuddeln.

Beim Besuch am Montag (8.6.) des vor zwei Wochen an der Ma-19A eröffneten Erlebnisbauernhofes nahe Llucmajor wurde der Starfaktor auch dadurch genährt, das eigentlich Ruhetag ist. „Am Wochenende waren 150 Gäste hier, da brauchen die Tiere auch mal eine Pause", sagt Dominique Dresser. Die Deutsche arbeitet in Sachen PR für Jens Heidenreich, dem Verantwortlichen für das gut 250 Hektar große Anwesen. Viel Platz, auf dem man viel vorhat.

„Gekauft wurde die Finca 2019 – eigentlich, um hier Wein anzubauen", sagt der Deutsche, der als Unternehmer auch in der Schweiz aktiv ist. Doch der Boden erwies sich als ungeeignet, sodass die Weinline „Viva la Vida" von Weinland Mallorca anderweitig auf der Insel entsteht. Man kann ihn auf der Finca verkosten, ebenso wie verschiedene Säfte. Zudem gibt es selbst angebautes Gemüse zu kaufen: derzeit Zucchini, Brokkoli, Möhren, Auberginen, Gurken oder Feldsalat.

Das neue Konzept der Finca beinhaltet auch, dass Besucher Erdbeeren selbst pflücken können (MZ berichtete), die 250-Gramm-Schale kostet 1,50 Euro. „Für dieses Jahr sind die Erdbeermengen noch limitiert", sagt Heidenreich. Beim Eröffnungstag seien die gut 20.000 Pflanzen schon nach wenigen Stunden fast ganz abgeerntet worden. „Aber fürs nächste Jahr wird die Produktion entsprechend erweitert, sodass solche Engpässe nicht mehr entstehen."

Feste Öffnungszeiten gibt es für die Finca bislang noch nicht, stattdessen wird auf der Facebookseite von Weinland Mallorca darüber informiert, welche Veranstaltungen täglich angeboten werden. Dazu werden auch die Uhrzeiten veröffentlicht.

Neben dem Streichelzoo und Erdbeerpflücken können sich Kinder auch auf eines der vier Ponys setzen und eine Runde drehen. Zudem werden Hühner gezüchtet, deren Eier sollen eines Tages verkauft werden. „Damit die Kinder die Natur besser kennenlernen, war auch geplant, dass sie sich das Schlüpfen der Küken ansehen können. Nur halten sich die Küken an keine Uhrzeiten", sagt Heidenreich. Mittlerweile flattern in den Freiluftgehegen um die 70 Hühner jeden Alters umher. Die Küken können natürlich auch mal in die Hand genommen werden.

Ein weiterer Teil des Konzeptes sind die Kurse von Hundetrainerin Nadine Blaess. „Wir bieten Hundetraining an, speziell für Kinder", sagt Heidenreich. Bei Facebook finden sich Kurse für Welpen, Ausbildung von Familienhunden oder „Hunde und ihre Besonderheiten – Individualtraining für Kinder".

Noch sei alles im Aufbau, für die Zukunft plane man, eine Beach-Zone einzurichten, wo sich die Eltern entspannen und den Blick auf die Tramuntana genießen können, während die Kinder im Sand buddeln. „Wir werden auch Kindergeburtstage, Hochzeiten oder ähnliche Veranstaltungen ausrichten, wenn das wieder möglich ist", sagt Heidenreich.

Ab Juli will man in die nächste Phase eintreten, verlässliche Öffnungszeiten (9 bis 13 und 16 bis 20 Uhr) anbieten und auch Eintrittsgeld verlangen. Das könnte dann um die sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder liegen. Es gebe schließlich auf der Finca jede Menge hungrige Mäuler zu stopfen. 

Anfahrt zur Finca

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