15. Februar 2021
15.02.2021
Mallorca Zeitung

Neuer Mitbewohner auf Mallorca: die Asiatische Mörtelbiene

Zwei Biologen sichteten die exotische Art im vergangenen Jahr erstmals in Portocolom. Sie hat sich wohl auf der ganzen Insel ausgebreitet

15.02.2021 | 10:20
In Portocolom ist die Bienenart den beiden Biologen im vergangenen Jahr vor allem wegen ihrer Größe, ihrem großen Kof und den dunklen Flügeln aufgefallen.

Schon vor mindestens einem Jahr hat sich wohl eine neue exotische Bienenart auf Mallorca niedergelassen. Zuerst aufgefallen war sie den beiden Biologen Joan Díaz und Elisa Ribas in Portocolom im Osten von Mallorca. Wohl von dort aus hat sie sich mittlerweile auch an andere Orte auf der Insel ausgebreitet. Vor ihrer Ankunft hierzulande hatte die Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis) eine weite Reise von China, Korea und Japan aus zurückzulegen.

In Europa erstmals entdeckt wurde sie 2008 in Frankreich. "Wir wissen nicht, wie sie nach Mallorca gekommen ist, womöglich über den Handelsweg von Katalonien oder Südfrankreich aus", sagt Joan Díaz. Der Biologe vermutet zudem, dass die Bienen als Nest auf die Insel eingeschleppt wurden. "Die Art nistet in Holzlöchern. Sie fliegt hinein, lässt dort eine Art Pollen und Nektar sowie Eier, die decken sie dann mit Harz zu. Daher haben sie auch ihren Namen (auf Spanisch, Anm. d. Red.)", so Díaz. Im Spanischen heißt die Biene "abeja asiática gigante de la resina", also wörtlich "große asiatische Biene aus dem Harz".

Mittlerweile wurden neben Portocolom auch in Palma de Mallorca, Inca, Alcúdia und Sóller Exemplare der Asiatischen Mörtelbiene entdeckt. "Sie ist an Punkten, die verhältnismäßig weit weg voneinander sind, zu finden. Daher nehmen wir an, dass die Biene schon vor 2020 nach Mallorca gekommen ist. Dass sie sich innerhalb eines Jahres so weit verteilen konnte, ist unwahrscheinlich", so Elisa Ribas.

Wie viele Exemplare genau auf Mallorca vorkommen, können die beiden Biologen nicht sagen. Auf den anderen Balearen-Inseln sei die exotische Bienenart bisher nicht gesichtet worden. Auch welche Auswirkungen die eingeschleppte exotische Art auf das hiesige Ökosystem und die auf Mallorca lebenden Bienen habe, sei noch alles anderes als klar. Als invasiv wie etwa die Asiatische Hornisse (avispa velutina) könne die Art daher noch nicht eingestuft werden.

In Portocolom ist die Bienenart den beiden Biologen im vergangenen Jahr vor allem wegen ihrer Größe, ihrem großen Kopf und den dunklen Flügeln aufgefallen. /sw

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