20. Mai 2021
20.05.2021
Mallorca Zeitung

Sterbenskranker Grauwal irrt durch die Bucht von Santa Ponça

Am Donnerstag (20.5.) wurden Anwohner auf den eigentlich im Pazifik beheimateten Meeressäuger aufmerksam und alarmierten die Rettungskräfte der 112

20.05.2021 | 12:34
Für solch ein gewaltiges Tier viel zu nah an der Küste: der Grauwal in der Bucht von Santa Ponça.

In der Bucht von Santa Ponça im Südwesten von Mallorca ist am Donnerstag (20.5.) ein Grauwal gesichtet worden. Das bestätigten die Einsatzkräfte 112 der Balearen mit diesem beeindruckenden Video auf ihrer Twitter-Seite:


Darin sieht man, wie der Meeressäuger offenbar sehr geschwächt ganz in der Nähe der Oberfläche im Wasser schwimmt und dabei auch ein kleines Boot passiert. Mitarbeiter der mit der Rettung von Meerestieren beauftragten Stiftung des Palma Aquariums  sind bereits bei dem Wal und untersuchen ihn, auch, um zu klären, warum er sich an die Küste von Mallorca verirrt hat.

Grauwale ( Eschrichtius robustus)   leben eigentlich im nördlichen Pazifik. Auf Mallorca wurde zuletzt 2010 ein Exemplar gesichtet. Nach Einschätzung von Txema Brotons von der Meereschutz-Organisation Tursiops handelt es sich um ein schon sehr stark geschwächtes, wohl sterbenskrankes Tier. In der Bucht von Santa Ponça werde der Wal kaum die benötigte Nahrung finden. Ähnliches bestätigte auch eine Sprecherin des Palma Aquariums. "Es handelt sich um ein Jungtier, das acht Meter lang, verwirrt und stark abgemagert ist", so die Sprecherin.

Brotons bittet Bootseigner in der Bucht eindringlich darum, sich dem Tier nicht zu nähern - was ohnehin verboten ist. "Auch wenn der Wal in der Bucht bleiben sollte und man zwei Tage lang nicht herausfahren kann ... lasst ihn in Würde sterben." Die Mitarbeiter des Palma Aquariums wollen allerdings versuchen, das Tier raus aufs Meer zu begleiten, wo es wieder zu Kräften kommen soll.

Die Bitten der Tierschüter, den Wal in Ruhe zu lassen, sind zudem teilweise verhallt. Etliche Wassersportler versuchen, sich ihm zu nähern. Auch an der Küste haben sich schon etliche Schaulustige eingefunden. 





Wie sich nach ersten Vermutungen bestätigte, handelt es sich bei dem Grauwal tatsächlich um einen von den Medien auf  Wally getauften Wal, der bereits in Südfrankreich wie auch nahe Benidorm und anderen Orten nahe Alicante auf dem spanischen Festland gesichtet wurde. Auch dort hatte er schon für viel Aufsehen gesorgt. 

Ausgewachsene Exemplare dieser Art können bis zu 15 Meter lang werden und 20 Tonnen wiegen. Ihre Haut ist grau, zudem haben sie an jeweils verschiedenen Stellen weiße Flecken.

Bereits vor rund einem Monat hatte die Meeresschutz-Organisation Tursiops das Video von einem Wal veröffentlicht, dessen Kadaver vor der Südwestküste von Mallorca entdeckt worden war. Der Pottwal soll zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Wochen tot gewesen sein und im Mittelmehr herumgetrieben haben. 

Auch mehrere tote Meeresschildkröten sind kürzlich an Mallorcas Küsten angeschwemmt worden. Debora Morrison, die das Artenschutz-Programm im Palma Aquarium leitet, schrieb das gehäufte Auftreten von Tierkadavern am Strand den Südwinden zu. Die Schildkröten gelangten durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer und würden sich dann häufig in sogenannten Geisternetzen verheddern oder an Plastikmüll in ihrem Magen verenden. /sw
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