Die Luxusyacht Niko III hat in der Nacht von Sonntag auf Montag (8.8.) bei Portocolom auf Neptungras festgemacht. Diesen Verstoß gegen die Wasserfahrtrichtlinien klagen die Umweltschützer von Salvem Portocolom an. Demnach habe das Schiff im Dunkeln den Anker über der Seegraswiese ausgeworfen.

Das 31 Meter lange Schiff fährt unter der Flagge der Cayman Islands und liegt normalerweise am Hafen von Palma. Es wird im Sommer für 85.000 Euro pro Woche vermietet und verfügt über eine Crew von fünf Personen. "Unter diesen Umständen kann kaum Unwissenheit über die Regeln bezüglich der Seegraswiesen geltend gemacht werden", schreiben die Umweltschützer auf Twitter.

Screenshot, der beweisen soll, wo die Niko III den Anker auswarf. Die dunklen Gebiete sind Seegraswiesen.

Reguläre Ankerplätze in der Nähe

Es sei unverständlich, warum man nicht am nur 15 Minuten entfernten Strand s'Amarador auf Sand festgemacht habe, so Salvem Portocolom. Eine andere Möglichkeit wäre es gewesen, einen regulären Platz am Hafen zu mieten. Angesichts der Kosten für das Schiff seien die Gebühren wohl zu stemmen gewesen. Die Umweltschützer forderten die Regierung auf, verstärkt ein Auge auf solche illegalen Aktivitäten zu werfen.

Die Seegraswiesen sind ein elementarer Faktor für das Leben im Mittelmeer. Die posidonia genannten Pflanzen gelten als grüne Lunge, wachsen aber nur sehr langsam, weshalb der Schutz der Bestände lebenswichtig für viele Arten im Wasser ist. Das Ankern auf den fragilen Pflanzen wird seit einigen Jahren von den Behörden verfolgt.

Vergehen bei zehn Prozent der Schiffe

Im Sommer fahren regelmäßig Kontrollschiffe an den Küsten entlang und weisen die Besatzungen auf irreguläre Haltepunkte hin. Im Jahr 2019 etwa wurden 8.504 Vergehen festgestellt, was rund zehn Prozent der kontrollierten Schiffe ausmacht. Die Strafen liegen je nach Schwere des Vergehens zwischen 100 und 200.000 Euro.

Die Niko III bietet Platz für bis zu zwölf Passagiere. Das 2012 in Italien fertiggestellte Schiff ist unter anderem mit Jetskis, Seabobs und Schnorchelequipment ausgestattet. Am Dienstagvormittag lag es wieder am Kai des Heimathafens in Palma.