Kehrtwende bei den Gartenabfällen: Ab dem 2. Januar dürfen diese wieder verbrannt werden. Das spanische Parlament hat ein im Juli in Kraft getretenes Verbot wieder rückgängig gemacht. Die neue Regelung sieht vor, dass landwirtschaftliche Betriebe und Einrichtungen, die weniger als 50 Mitarbeiter und weniger als zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr haben, ohne Probleme Abfälle verbrennen dürfen. Auf Mallorca sind dies praktisch alle.

Damit kehrt die Insel wieder zu der vorherigen Regelung zurück. Die besagt unter anderem, dass die Feuer nur zwischen Oktober und April gezündet werden dürfen. Auch darf nicht in weniger als 500 Metern Abstand zu Waldgebieten verbrannt werden.

Auf Mallorca wurde weiter verbrannt

Auf Mallorca wurde das Verbot in den vergangenen Monaten ohnehin eher locker gehandhabt. Zwar mussten die Fincabesitzer ein Feuer aufgrund des Gesetzes vorab bei der Gemeinde oder in manchen Fällen beim Umweltministerium anmelden. Die Anträge wurden aber in der Praxis nie abgelehnt. Die Balearen begründeten diese Handhabe mit der Plagenbekämpfung. Ab 2. Januar spart man sich nun diese kleine bürokratische Hürde.

Das Verbrennen von Gartenabfällen sorgen immer wieder für Auseinandersetzungen. Während viele Landwirte, vor allem jene mit familiären Betrieben, es als einfachste Art betrachten, sich des Laubs und anderer organischer Abfälle zu entledigen, empfinden andere die dichten Rauchschwaden als extrem belästigend. Umweltschützer kritisieren zudem, dass die Praxis alles andere als gut für die Luftqualität ist. Viel sinnvoller sei es, die organischen Abfälle zu zerkleinern und auf dem Boden zu verteilen.

Aufhebung des Verbots war abzusehen

Dass das Verbot auch spanienweit von nur kurzer Dauer sein würde, hatte sich bereits vor Monaten abgezeichnet. Denn außer den beiden Regierungsparteien, den Sozialisten und der Linkspartei Podemos, hatten sich alle Parteien gegen diese strenge Maßnahme ausgesprochen. /pss