Bitte mithelfen! So unterscheiden Sie die gefährliche Asiatische Hornisse von heimischen Arten
Eigentlich war die Art auf Mallorca ausgerottet. Doch nach 2022 sind jetzt erneut Nester der invasiven Art gesichtet worden. Eine neue Infografik soll Bürger zur Mithilfe motivieren

Mit Fallen gegen die Asiatische Hornisse.
Es sind vier Funde, die im balearischen Umweltministerium und unter den hiesigen Wissenschaftlern große Besorgnis erregt haben: Zwischen April und Juni wurden in Palma vier Nester mit Asiatischen Hornissen gefunden, einer hierzulande invasiven Art. Dabei galt sie 2021 als ausgerottet – bis 2022 erneut Exemplare gefunden wurden.
Die gefährliche Art stellt eine Gefahr für Bienen, aber auch Fliegen, Heuschrecken oder Schmetterlinge dar, erklärt Mar Leza, Insektenspezialistin an der Balearen-Universität. Daher bitten die Experten Einwohner und Urlauber nun um Mithilfe: Sie werden dazu aufgerufen, Funde unbedingt zu melden.
Damit Laien die Vespa asiática (lat. Vespa velutina) von anderen Arten unterscheiden können, hat der Insektenforscher Xavier Canyelles eine neue Infografik für die Behörde entworfen. Bisher gibt es sie nur auf Katalanisch. Im oberen Teil sind die invasiven Arten samt Größenangaben und Erklärungen aufgeführt.
Neben der Asiatischen Hornisse, deren Exemplare bis zu 250 Bienen pro Tag verzehren, kommt auch die (Europäische) Hornisse (kat. Vespa xana, lat. Vespa crabro) auf Mallorca vor. Ebenfalls abgedruckt, aber noch nicht auf der Insel gesichtet, wurde die Orientalische Hornisse (kat. Vespa oriental, lat. Vespa orientalis). „Es fehlt die Vespa bicolor, die schon auf dem spanischen Festland vorkommt“, so Leza.

Die neue Infographik. / Xavier Canyelles
200 Bienen- und Wespenarten
Im unteren Teil finden sich heimische Arten, die leicht mit der Asiatischen Hornisse zu verwechseln sind. „Es gibt hierzulande um die 200 Bienen- und Wespenarten“, so die Mallorquinerin. Erst Ende Juni hat die Feuerwehr in Palmas Stadtteil Son Rapinya ein Nest der Deutschen Wespe (Vespa comuna, Vespula germanica) entfernt.
Viele Bürger verwechselten die Megascolia-Arten mit der aus Asien stammenden Hornisse, da ihre Exemplare besonders groß sind. „Erstere haben gelbe Kreise, letztere horizontale gelbe Streifen. Zudem sieht es so aus, als trügen die Asiatischen Hornissen gelbe Strümpfe an den Beinchen“, so Leza.
Erstmals auf Mallorca aufgetaucht war die gefürchtete Art 2015. Seit 2016 überwacht das Umweltministerium ihre Ausbreitung streng, etwa mit Fallen. Da ab 2019 erstmals keine Exemplare mehr gesichtet wurden, galt sie zwei Jahre später offiziell als ausgerottet. „Mallorca war europaweit die erste Region, in der das gelang – wohl auch, weil die Eindämmung wegen der Insellage einfacher ist.“
Einen Fund melden: WhatsApp: 606-87 52 44, E-Mail: especies@dgmedinatural.caib.es, lineaverdecofib.es, vespapp.uib.es (beides auch als App), Ausbreitung der Asiatischen Hornisse: gd.eppo.int/taxon/VESPVE/distribution
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