Achtung, Sie werden gezählt: So werden bald die Besucher am Naturstrand Es Trenc erfasst
Das Pilotprojekt soll helfen, die Besucherströme in Naturräumen zu erfassen

Politikerbesuch am Strand. / Caib
Auf Mallorca werden künftig die Besucherströme in besonders beliebten Naturräumen in Echtzeit gemessen. Wie das funktionieren soll, stellte der Vizepräsident der Balearen-Regierung und Minister für Wirtschaft und Innovation, Antoni Costa, am Donnerstag (25.7.) bei einem Ortstermin am Es Trenc im Süden von Mallorca vor. Der Naturstrand ist in der Hochsaison stets überlaufen, und das sensible Dünensystem in dem Naturpark stark geschädigt.
Die Besucherströme sollen laut dem Pilotplan mittels Kameras erfasst werden. Im Fall des Es Trenc werden vier Geräte installiert - an der Zufahrtsstraße bei Ses Covetes, an der Zufahrtsstraße bei Colònia de Sant Jordi, an einer Fassade der Saline sowie an einem Gebäude hinter dem dortigen Parkplatz. Man werde mittels verschiedener Technologien und Sensoren sowohl die Zahl der Fahrzeuge, als auch die der Badegäste registrieren, heißt es. Entwickelt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit der Balearen-Agentur für Digitalisierung, Cyber-Sicherheit und Telekommunikation (IB Digital) sowie dem Forschungslabor loTIB von der Balearen-Universität.

Eine Spaziergängerin am Strand von Es Trenc. / Nele Bendgens
Weitere Standorte
"Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir für das Management Daten benötigen, und dieses Pilotprojekt wird uns Informationen über die Auslastung des Naturraums und des Strands am Es Trenc liefern", wird Costa in einer Pressemitteilung zitiert. Weitere Standorte für das Pilotprojekt sind die Cala en Turqueta auf Menorca sowie die Playa de Ses Salines auf Ibiza. Im kommenden Jahr sollen dann weitere Naturräume dazukommen. "Wir haben eine Zukunft vor Augen, in der jeder Bürger in Echtzeit schauen kann, wie groß die Auslastung in Naturräumen oder an Stränden ist."
Projekt Nachhaltigkeitspakt
Das Pilotprojekt findet auch vor dem Hintergrund des Nachhaltigkeitspakts statt, mit dem die konservative Landesregierung die Probleme des Overtourism auf Mallorca in den Griff bekommen will. Derzeit werden die Arbeitsgruppen hierfür gebildet. Auf der Basis der erfassten Daten sollen die Experten dann Lösungsvorschläge unterbreiten.
Bei dem Ortstermin mit dabei waren auch die Generaldirektorin für Naturschutz und Forstwirtschaft, Ana Torres, der Geschäftsführer der Balearen-Agentur für Digitalisierung, Cyber-Sicherheit und Telekommunikation (IB Digital), Miquel Cardona, sowie die Bürgermeisterin von Campos, Xisca Porquer. Die PP-Politikerin verwies bei der Gelegenheit auf Arbeiten, mit denen man die Zufahrtsstraße zum Es Trenc instandsetze. Man wolle Problemen vorbeugen, die durch den großen Besucherandrang entstehen.
Bedrohter Naturraum
Der Es Trenc ist seit 2017 Teil eines Naturschutzgebiets, es gelten Auflagen für den Schutz der Dünen und des Poseidongras. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat der Naturstrand kontinuierlich Sand verloren.
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