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So süß: Geierkind auf Mallorca sucht menschliche Paten

Ein vier Monate altes Mönchsgeierweibchen sucht menschliche Paten. Sie können digital an der Entwicklung des Jungtiers teilhaben – auch, wenn es eines Tages aus dem Nest geworfen wird

So süß war das Mönchsgeierweibchen mit wenigen Wochen

So süß war das Mönchsgeierweibchen mit wenigen Wochen / FVSM

Sophie Mono

Sophie Mono

Klein, flauschig und mit seinen überproportional großen Füßen einfach nur zuckersüß! Noch vor einigen Wochen sah das im Frühjahr auf Mallorca geschlüpfte Mönchsgeierweibchen, das in der Tramuntana das Licht der Welt erblickte, wie ein niedliches Kuscheltier aus. Mittlerweile ist es vier Monate alt – und nimmt immer mehr die Gestalt eines respekteinflößenden Greifvogels an. Unterstützung braucht es trotzdem noch. Die Mönchsgeierstiftung sucht nach weiteren Paten, die das Tier auf seinem weiteren Lebensweg – zumindest digital – begleiten möchten.

„Am Montag ist sie das erste Mal ausgeflogen. Es hat alles geklappt, sie ist wohlbehalten zum Horst zurückgekehrt“, berichtet Evelyn Tewes. Die österreichische Biologin und MZ-Preisträgerin ist Vorsitzende der Artenschutzstiftung „Fundació Vida Silvestre de la Mediterrània“ und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die einst vom Aussterben bedrohte Mönchsgeierpopulation auf Mallorca langsam, aber stetig wieder wächst. Gemeinsam mit ihrem Team sorgt sie dafür, dass die Nester mit Webcams ausgestattet sind.

„Die Paten können so beobachten, wie die Vögel heranwachsen“, erklärt Tewes. Zugegeben: Die intensivste und daher spannendste Phase im Horst hat das dieses Jahr zur Welt gekommene Mönchsgeierw

Das Geier-Baby kurz nach der Geburt

Das Geier-Baby kurz nach der Geburt / FVSM

eibchen bereits hinter sich. „Erfahrungsgemäß kommen die Jungtiere aber etwa bis Weihnachten immer noch regelmäßig ins Nest zurück. Erst vergangene Nacht hat das Jungtier dort verbracht, es wird auch noch von den Eltern gefüttert und lernt dann nach und nach, selbst Futter zu besorgen“, so die Biologin weiter.

Die Stiftung benötigt etwa 3.500 Euro, damit dieses und weitere Jungtiere dieses Jahr beobachtet und ihr Verhalten analysiert werden kann. Neben der Webcam sorgt auch ein Sender am Tier dafür, dass stets festgestellt werden kann, wo es sich aufhält. Was diesen Aspekt angeht, wird es bei dem flügge gewordenen Nesthäkchen erst jetzt richtig spannend. „Mit der Zeit wird es sich immer weiter vom Horst entfernen und irgendwann über die ganze Insel fliegen“, so Evelyn Tewes. Auch das können die Paten mitverfolgen. Sie bekommen zudem Berichte über die wöchentlichen und monatlichen Fortschritte des Tiers.

Ausflug zu den Geiern

Mittlerweile ist das Mönchsgeierweibchen flügge

Mittlerweile ist das Mönchsgeierweibchen flügge / FVSM

„Da niemand die 3.500 Euro alleine aufbringen will, haben wir schon 2023 eine Gruppenpatenschaft auf die Beine gestellt. In einer WhatsApp-Gruppe werden die Informationen dann gemeinsam ausgetauscht.“ Auch für das dieses Jahr geschlüpfte Weibchen haben sich bereits einige Paten gefunden. „Wir suchen aber noch nach weiteren, die sich anschließen möchten“, so Tewes. Sind die 3.500 Euro beisammen, sollen die Spender zudem die Möglichkeit erhalten, sich dem Horst bei einem gemeinsamen Ausflug live zu nähern. „Und auch den Namen für das Tier dürfen sie zusammen aussuchen.“

Anfang kommenden Jahres werden die Eltern es erfahrungsgemäß ganz aus dem Nest werfen, um Platz für neuen Nachwuchs zu haben. Solange der Sender funktioniert, dürfen die Paten aber am Geierleben teilhaben.

Kontakt: evelyn.tewes.fvsm@gmail.com

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