Umstrittene Mega-Geflügelfarm in Sineu: Balearen-Regierung gibt dem Projekt kein grünes Licht
Das Landwirtschaftsministerium hat ein Gutachten über den geplanten Betrieb erstellt, der negativ ausfiel

Hühner (Symbolbild). / Shutterstock
Es ist ein erster verwaltungstechnischer Schlag gegen das Projekt zum Bau einer großen Geflügelfarm in Sineu: Das balearische Landwirtschaftsministerium hat ein negatives Gutachten über bestimmte Aspekte des umstrittenen Massenbetriebs erstellt, der bis zu 750.000 Legehennen unterbringen und jährlich etwa 156 Millionen Eier produzieren soll. Dies bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde, Tomeu Mulet, am Samstag (31.8.) gegenüber der MZ-Schwesterzeitung Diario de Mallorca.
Zu den Kritikpunkten an der Farm zählen etwa, dass die Häufigkeit der Kotbeseitigung nicht angegeben wird, Düngemittel aus Geflügelfarmen, die das Unternehmen in anderen Gemeinden betreibt, in die Sineu-Farm gebracht werden sollen, dass die Haltungsbededingungen für die freilaufenden Hühner unklar sind und dass die Einwohner des Ortszentrums von Gerüchen der Farm belästigt werden könnten.
Das Gutachten ist bindend
Mulet betonte, dass der von der Riegierung vorgelegte Bericht bindend sei und sich mit Sicherheit auf die endgültige Gestaltung des Massenbetriebs auswirken werde - zum Beispiel dahingehend, dass er ein ausgewiesendes Schutzgebiet nicht beeinträchtigen darf. Die Frist zur Einreichung von Einsprüchen gegen das von der Firma Avícola Son Perot SL geplante Projekt endete am Freitag (30.8.), die Gesamtzahl der eingegangenen Vorwürfe ist noch nicht bekannt.
Zahlreiche Institutionen wie der Umweltschutzverband GOB, Greenpeace, die Tierschutzorganisation Baldea und die Landwirte des Biolandwirtschaftsverbands Apaema haben öffentlich ihre Ablehnung des Projekts zum Ausdruck gebracht, ebenso wie der Stadtrat von Sineu. Am Freitag übergab der Bürgermeister Tomeu Mulet zusammen mit einem Anwohner, Tomeu Munar, der Generaldirektion für Stadtplanung und Umweltverträglichkeitsprüfung 6.000 Unterschriften, die gegen die Hühnerfarm gesammelt wurden.

Bürgermeister Tomeu Mulet mit Tomeu Munar bei der Übergabe der 6.000 Unterschriften. / DM
Die Tierschutzvereinigung Progreso en Verde fand besonders drastische Worte und bezeichnete das Projekt als „einen Angriff auf die Umwelt und einen Holocaust an den Tieren“. Sie warnte auch vor den schwerwiegenden Kontaminationsproblemen, die ein solcher Massenbetrieb mit sich bringen würde, und vor einer „exorbitanten Nutzung der knappen Wasserressourcen der Insel“. Die Tierschützer planen nun Kundgebungen, um weiter gegen eine Genehmigung des Projekts zu kämpfen. /bro
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