Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Rückkehr einer Seuche: Die Blauzungenkrankheit ist wieder auf Mallorca

Was Viehzüchter und Verbraucher über die Blauzungenkrankheit auf der Insel wissen sollten

Neben Schafen und Ziegen sind auch Rinder betroffen.   | FOTO: CAIB

Neben Schafen und Ziegen sind auch Rinder betroffen. | FOTO: CAIB

Die Seuche ist zurück: Nachdem die Blauzungenkrankheit unter Schafen, Ziegen und Rindern auf Mallorca zwischen 2021 und 2023 mit insgesamt 276 Infektionsherden gewütet hatte, wurde sie nun wieder auf zwölf Höfen, unter anderem in den Gemeinden Deià und Fornalutx, nachgewiesen. Einen weiteren Fall gibt es auf Menorca.

Mit Unwetter auf die Insel gekommen

Es handelt sich in allen Fällen um eine neue Variante der Krankheit, die sich viel aggressiver verbreitet und tödlicher ist. Experten gehen davon aus, dass die für die Übertragung der Krankheit verantwortlichen Mücken von Katalonien kommend mit Winden beim Unwetter Mitte August auf die Insel gelangt waren. Erstmals nachgewiesen wurde die Krankheit am 30. August, wobei die Inkubationszeit zehn Tage beträgt.

Problematisch für Viehzüchter ist vor allem, dass es gegen die neue Variante noch keine Impfung gibt. Man rechnet damit, dass es frühestens Ende des Jahres soweit sein wird. Die Balearen-Regierung hat bereits mit verschiedenen Pharma-Unternehmen Kontakt aufgenommen. Man gehe davon aus, dass in Kürze zahlreiche weitere Infektionsherde auf der Insel bekannt werden.

Vorsorge ist oberste Pflicht

Bis dahin ist es deshalb oberste Pflicht, Vorsorge zu betreiben, wie der balearische Landwirtschaftsminister Joan Simonet betont. Dazu gehört unter anderem die regelmäßige Desinfizierung und Insektenvernichtung auf den Höfen.

Zugleich wurden die Tiertransporte zwischen verschiedenen Höfen eingeschränkt. Der Transfer von Tieren in Gebieten, die bislang frei vom Virus sind, ist ab sofort nur noch mit einem negativen PCR-Test möglich. Darüber hinaus müssen alle Verdachtsfälle den Behörden gemeldet werden.

Das müssen Verbraucher wissen

Zu den Symptomen gehören Fieber, Nasenausfluss, Atembeschwerden, Ödeme im Kopfbereich und Appetitlosigkeit. Der Maulbereich verfärbt sich blaurot. Geschwüre in den Schleimhäuten erschweren das Atmen. Gehäuft treten Fehlgeburten auf. Was für die Tiere eine schwere und schmerzhafte Krankheit darstellt, ist für die Verbraucher derweil unproblematisch. Das Virus kann nicht auf den Menschen übertragen werden, sodass der Konsum von Milch oder Fleisch der betroffenen Tiere unbedenklich ist.

Spanien ist nicht das einzige Land, dass mit dem Wiederauftauchen der Seuche zu kämpfen hat. So hatte der erneute Ausbruch in den Niederlanden begonnen und sich dann nach Süden und Westen ausgebreitet. Fälle wurden zunächst in Belgien und Deutschland gemeldet, mittlerweile ist auch Tschechien betroffen. In Katalonien derweil hatte sich die Krankheit in rasendem Tempo innerhalb von drei Monaten verbreitet. (mit dpa) /pss

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents