Hunde mit verletzten Pfoten: Guardia Civil ermittelt wegen Tiermisshandlung auf Mallorca
Die Beamten haben auf einem ländlichen Grundstück bei Ses Salines schwerwiegende Mängel bei der Tierhaltung festgestellt. Die Täter müssen mit Strafen bis zu 200.000 Euro rechnen

Ein Bild des Seprona-Einsatzes in der Gemeinde Ses Salines. / Guardia Civil
Die Naturschutz-Einheit der Guardia Civil, Seprona, ermittelt gegen zwei Personen wegen Delikten der Tierquälerei, eines Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit und weiterer Ordnungswidrigkeiten. Wie die Polizei am Donnerstag (3.10.) in einer Pressemitteilung bekanntgab, geschieht dies aufgrund einer Inspektion, die am 21. September stattfand.
Die Beamten kontrollierten bei dem Einsatz ein ländliches Grundstück in der Gemeinde Ses Salines, nachdem sie auf mögliche Mängel in Bezug auf das Wohlergehen der dort gehaltenen Tiere aufmerksam gemacht worden waren. Auf der Finca befanden sich sechzig Hühner, fünfzehn Hunde, vier Ziegen, zwei Frettchen, zwei Schweine und ein Pferd.
Angebundene Ziegen und dreckige Hunde-Zwinger
Vor Ort stellten die Polizisten dann tatsächlich schwerwiegende Verstöße gegen den Tierschutz fest. So waren die Ziegen angebunden, obwohl dies laut den Vorschriften für Nutztiere verboten ist. Die Hälfte der Hunde hatte weder eine Kennzeichnung (Mikrochip) noch einen Gesundheitspass.
Auch entsprachen die Zwinger und die Einstreu der Hunde nicht den gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Größe, Isolierung und Sauberkeit, da zahlreiche nicht aufgesammelte Fäkalien vorhanden waren. Zudem traten die Hunde den ganzen Tag über auf große Ansammlungen von Knochen, da die Besitzer nach dem Verzehr des Fleisches durch die Hunde die Reste nicht entfernten. Das führte bei den Tieren zu Verletzungen an den Pfoten und Ballen.
Bei den Frettchen fehlte ebenfalls die Kennzeichnung, die seit dem Inkrafttreten des neuen Tierschutzgesetzes vorgeschrieben ist. Die Ziegen, Schweine und Hühner waren weder im Viehregister eingetragen, noch waren sie gekennzeichnet. Nach Erhalt der Gutachten eines Tierarztes stellten die Beamten fest, dass die Gesundheit der dort gehaltenen Tiere ernsthaft geschädigt war, und ermittelten gegen die Täter wegen des Verdachts der Tierquälerei.
Marihuana-Plantage und Schrottautos
Und nicht nur bei der Tierhaltung stellten die Beamten Gesetzeswidrigkeiten fest: Sie entdeckten auch eine illegale Marihuana-Plantage mit 20 Pflanzen, von denen einige eine stattliche Größe erreicht hatten und die von den Beamten beschlagnahmt wurden. Aus diesem Grund wird wegen eines Verstoßes gegen die öffentliche Gesundheit ermittelt.
Die zwei mutmaßlichen Täter wurden zudem wegen verschiedener Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Abfällen angeklagt, da auf dem Grundstück etwa verwahrloste Fahrzeuge gefunden wurden, die nicht an einen zugelassenen Entsorger übergeben worden waren.
Auf der Grundlage des Tierschutzgesetzes drohen den Besitzern nun schwere bis sehr schwere Strafen - in einem Fall mit Geldbußen von 10.000 bis 50.000 Euro, im anderen mit Bußen von 50.000 bis 200.000 Euro.
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