Blauzungenkrankheit auf Mallorca: Erstmals gibt es ein wenig Hoffnung
Die Zahl der Infektionen bei Schafen, Ziegen und Rindern mit der Seuche steigt auf den Balearen rasant. Nun gibt es einen Deal mit einem Hersteller für Impfstoffe

Schafe sind besonders von der Blauzungenkrankheit betroffen. | FOTO: JOAN MORA
Die Blauzungenkrankheit breitet sich weiter auf Mallorca aus. Das balearische Landwirtschaftsministerium hat mittlerweile 78 Infektionsherde auf den Inseln entdeckt, davon 71 auf Mallorca. Die weiteren Fälle wurden auf Menorca festgestellt. Insgesamt sind 18 mallorquinische Gemeinden betroffen, am stärksten davon Sóller mit neun Infektionsherden.
Der balearische Generaldirektor für Viehzucht, Fernando Fernández, vermeldete am Dienstag (8.10.) einen ersten Erfolg bei der Bekämpfung der Seuche, die vor allem Schafe, Ziegen und Rinder betrifft. So gab er ein Abkommen mit dem spanischen Veterinärmedizin-Hersteller Syva bekannt. Demnach konnte sich die Landesregierung 500.000 Impfdosen gegen die Krankheit sichern. Die ersten Lieferungen sollen im Dezember eintreffen.
Gegen verschiedene Varianten wirksam
Fernando Fernández betonte, die Impfung sei sowohl gegen die neue Variante der Blauzungenkrankheit, den Serotyp 8, wie gegen den bisherigen Serotyp 4 wirksam. „Damit wird die Immunität der Tiere deutlich gestärkt“, erklärte der Politiker. Man habe allerdings keine Möglichkeit gehabt, Impfdosen aus anderen EU-Ländern zu erwerben, weil diese nicht über die Genehmigungen der spanischen Medikamentenbehörden verfügten.
Solange die Impfungen nicht umfassend verfügbar sind, gelten weiterhin die Anfang September verhängten Sicherheitsmaßnahmen. Diese sehen unter anderem strenge Restriktionen beim Transport von Tieren sowie regelmäßige Desinfektionen vor. Neu hinzu kommen Beschränkungen bei der Tradition, die Tiere bei den im Herbst stattfindenden Dorfmessen auf Mallorca auszustellen.
Seit dem 30. August auf Mallorca
Die auf Tiere beschränkte Blauzungenkrankheit wurde in diesem Jahr erstmals am 30. August nachgewiesen worden. Die Seuche hatte bereits in den Jahren 2000 bis 2005 sowie zuletzt zwischen 2021 und 2023 auf den Inseln gewütet. Damals war es jeweils zu großen Verlusten für die Viehzüchter gekommen.
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