Stark geschrumpfter Stausee Gorg Blau: Appell zum Wassersparen auf Mallorca
Aktuelle Aufnahmen des Geografen Albert Ambrós zeigen, wie sehr die Pegelstände gesunken sind

Der Gorg Blau, aufgenommen von dem Geografen Albert Ambrós. / Albert Ambrós
Nach der Warnung der Stadtverwaltung von Palma über die geringen Pegelstände der Stauseen auf Mallorca hat sich der Geograf und Meteorologe Albert Ambrós selbst ein Bild von der Lage gemacht. Der Moderator der Sendung "Temps extrem" beim Regionalsender IB3 machte am Donnerstag (24.10.) Aufnahmen am Gorg Blau. Die in den sozialen Netzwerken geteilten Fotos und Videos zeigen einen an den Rändern ausgetrockneten Stausee.
„In diesem Jahr 2024 hatten wir zwar relevante Niederschläge, aber sie reichten nicht aus, um unsere Wasserreserven auf stabilem Niveau zu halten“, so Ambrós in einem Video auf Twitter. Der intensive Wasserverbrauch während der Sommermonate und der vergleichsweise trockene Herbst spiegelten sich nun in der "ziemlich kritischen Situation" der Pegelstände wieder.
"Es ist viele Jahre her, dass wir den Gorg Blau so trocken gesehen haben“, so der Meteorologe. Der Pegel des Cúber liegt derzeit bei knapp 32 Prozent seiner Kapazität, der Gorg Blau bei gut 22 Prozent, wie eine Statistik auf der Website der Stadtwerke Emaya ausweist.
Der besonders tiefe Stausee
Dazu muss man wissen: Die zwei Stauseen steuern bis zu ein Viertel des Trinkwassers bei, das Emaya für den Großraum Palma bereitstellt. Beide Stauseen sind jeweils knapp 60 Hektar groß. Der deutlich tiefere Gorg Blau – maximal 35 Meter – kann aber mit einem Fassungsvermögen von sieben Millionen Kubikmetern rund 50 Prozent mehr Wasser speichern. Neben den Stauseen versorgt sich die Stadt Palma vor allem mit Grundwasservorkommen, darüber hinaus wird Wasser aus Entsalzungsanlagen bezogen. In anderen Gemeinden Mallorcas kommt das Wasser von Cúber und Gorg Blau nicht zum Einsatz.
Das sagt die Stadt Palma
Der am Mittwoch angekündigte Präventionsplan sieht nach Angaben der Nachrichtenagentur Europapress vor, dass nun in einer ersten Phase an den verantwortungsvollen Umgang mit dem Wasser appelliert werden soll, bei Bürgern und Betrieben gleichermaßen. Sollte es aber nicht bald ausreichend regnen, sind auch Restriktionen beim Verbrauch vorgesehen.
„Palma leidet unter den geringen Niederschlägen", hatte Sprecherin Mercedes Celeste am Mittwoch (23.10.) laut Europa Press erklärt. "Wir hoffen, dass die Situation in diesem Herbst besser wird, aber für alle Fälle haben wir diesen Präventionsplan aufgelegt. Die Versorgung der gesamten Bevölkerung sei weiterhin gewährleistet, "aber es ist notwendig, vorbereitet zu sein". Man müsse der Bevölkerung klar machen, dass Wasser ein knappes Gut sei.
Die Pläne zum Wassersparen sollen auch die Mallorca-Urlauber miteinbeziehen. Darüber hinaus werde es zudem Maßnahmen zum Wassersparen in den kommunalen Behörden sowie öffentlichen Einrichtungen geben.

Pegelstände: Gelb bedeutet Vorwarnstufe, Orange Warnstufe. / CAIB
Lage auf den Balearen
Balearenweit lagen die Pegelstände zuletzt bei 46 Prozent, wie aus dem monatlichen Lagebericht der Landesregierung für September hervorgeht. Das waren drei Punkte mehr als im Vormonat, allerdings sechs Punkte weniger als im Vorjahresmonat. Eine Warnstufe gilt nun nicht nur für Formentera sowie das Gebiet des Inselinneren (Pla), sondern auch für den Raum Artà im Nordosten von Mallorca. In diesen Gebieten gelten derzeit Einschränkungen bei der Gartenbewässerung, der Straßenreinigung oder bei der Wasserversorgung im ländlichen Raum. Für den Rest der Balearen gilt weiterhin eine Vorwarnstufe.
Auf Mallorca erholten sich die Pegelstände im September im Vergleich zum Vormonat von 43 auf 47 Prozent, auf Menorca von 39 auf 44 Prozent, auf Ibiza von 32 auf 33 Prozent. Für gewöhnlich werden im Frühjahr und im Herbst die stärksten Niederschläge registriert, der September war laut dem Wetterdienst Aemet hinsichtlich der Regenfälle von durchschnittlich knapp 49 Litern pro Quadratmetern ein einigermaßen "normaler" Monat, wobei der Durchschnitt bei 61 Litern liegt. Im Zeitraum seit Jahresbeginn liegt die Regenmenge allerdings deutlich unter Durchschnitt.
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