Schock auf Mallorca: Olivenernte bricht um mindestens 60 Prozent ein
Die ausbleibenden Niederschläge und die Verbreitung der Olivenfruchtfliege sorgen für eine katastrophale Produktion

Die Olivenernte fällt in diesem Jahr mager aus. / Nele Bendgens
Die Situation könnte unterschiedlicher nicht sein: Im vergangenen Jahr bildeten sich im November lange Autoschlagen vor den tafones, den Ölmühlen Mallorcas. Der rasant in die Höhe gestiegene Preis für Olivenöl veranlasste viele Menschen dazu, die Oliven auf ihrem Grundstück zu ernten und ihr eigenes Öl pressen zu lassen. Die Betriebe liefen auf Hochtouren. Ein Jahr später sind sie fast alle schon geschlossen.
Die Olivenproduktion auf der Insel ist dramatisch eingebrochen. Noch gibt es keine offiziellen Zahlen, aber in den meisten Ölmühlen spricht man von einem Rückgang von mindestens 60 Prozent. Und teilweise sogar noch mehr. In der Tafona Son Pujol in der Gemeinde Santa Margalida erklärt ein Sprecher: "Früher kamen die Olivenbauern mit etwa 500 Kilo an, in diesem Jahr waren es eher 100 Kilo."
Fehlende Niederschläge und Olivenfruchtfliege
Grund für den dramatischen Rückgang dürften zum einen die ausbleibenden Niederschläge gewesen sein. Doch nicht nur das: Denn das sich dramatisch ändernde Wetter bietet auch beste Bedingungen für die Vermehrung der Olivenfruchtfliege. "Sie pflanzt ihre Larven im Fruchtfleisch und zerstört dieses komplett", erklärt der Landwirt Juan Bernat aus der für ihre Oliven bekannte Gemeinde Caimari.
Die Auswirkungen dürften vor allem die Verbraucher zu spüren bekommen. Denn der Preis für authentisches mallorquinisches Olivenöl, der in den vergangenen Jahren ohnehin schon alles andere als niedrig war, dürfte durch diese neue Entwicklung weiter in die Höhe schießen.
Spanienweiter Anstieg der Produktion
Immerhin: Nicht überall in Spanien ist die Lage so schlimm. Landesweit ist die Produktion nach zwei katastrophalen Jahren um 48 Prozent auf rund 1,26 Millionen Tonnen gestiegen, wie kürzlich die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Allerdings liegt die Ernte immer noch unter dem durchschnittlichen Absatz der vergangenen fünf Jahren, der rund 1,44 Millionen Tonnen beträgt. Die Reserven liegen nahezu bei null. Ein drastischer Preisrückgang ist damit unwahrscheinlich.
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