Schädling aus Südafrika bedroht Zitrusbäume auf Mallorca
Experten weisen den Parasit Zitrusthrips in Plantagen in Sóller und Fornalutx nach. Er kann auch Mango- und Avocadobäume befallen

Eine Finca in Sóller, die von dem Schädling betroffen ist. / DM
Eine invasive Art, die ursprünglich aus Südafrika stammt, breitet sich auf Mallorca aus: Das Landwirtschaftsministerium hat das Auftreten des Schädlings Scirtothrips aurantii, bekannt als Zitrusthrips, in den Gemeinden Sóller und Fornalutx bestätigt. Er befällt hauptsächlich Zitruspflanzen wie Orangen-, Zitronen- und Mandarinenbäume, kann aber auch Mangos, Avocados und verschiedene Zierpflanzen schwer schädigen.
Zitrusthrips hat eine hohe Reproduktions- und Anpassungsfähigkeit, die seine Ausbreitung begünstigt. Der Schädling beeinträchtigt die Fotosynthese, Schäden treten an jungen Blättern und Früchten auf. Sie verformen sich und vernarben, was ihren Verkauf beeinträchtigen kann.
Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Schädling
Um den Schädling einzudämmen, haben die Behörden eine Befallszone und eine Pufferzone von 100 Metern rund um die befallenen Bäume bestimmt. Betroffen sind bislang acht Parzellen in Sóller und zwei weitere in Fornalutx. Nun sollen dort spezielle Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Außerdem werden die Überwachungsmaßnahmen mit Klebefallen und Kontrollen in Baumschulen und Gärtnereien verstärkt, die als kritische Punkte für die Ausbreitung gelten.
Das balearische Landwirtschaftsministerium fordert Landwirte und Bürger dazu auf, jeden Verdachtsfall zu melden, damit die entsprechenden Bekämpfungsprotokolle aktiviert und die Ausbreitung des Zitrusthrips verhindert werden können.

Orangenernte im Sóller-Tal. / Cooperativa Agrícola de Sóller.
Insekt im Oktober nachgewiesen
Die erste Meldung über diesen Schädling ging im Oktober ein, als ein Arbeiter auf einer Zitrusplantage in Sóller von Symptomen berichtete, die auf einen durch Thripse verursachten Schaden an den Blättern von Orangenbäumen hindeuten. Daraufhin entnahmen Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes und der Cooperativa de Sóller Proben.
Durch Molekularanalysen konnte das Auftreten des Insekts nachgewiesen werden. Am 14. Oktober bestätigte ein nationales Labor, dass die Schädlinge zur Art Scirtothrips aurantii gehören. Die Behörden arbeiten daran, den Schädling auszurotten und die landwirtschaftliche Produktion im Orangental zu schützen. Landesweit war Zitrusthrips erstmals 2020 in Südspanien gemeldet worden. /bro
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