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Auch die Meeresschützer unterstützen die streikenden Fischer auf Mallorca

Die Stiftung "Fundació Marilles" schlug sich am Montag (9.12.) klar auf die Seite der pescadores, die gegen knallharte neue EU-Auflagen protestieren. Die in Brüssel diskutierten Dekrete seien "ungerecht"

Archivbild von Fischern auf dem Meer vor Mallorca

Archivbild von Fischern auf dem Meer vor Mallorca / P.C.

Sophie Mono

Sophie Mono

Rückhalt von den Kritikern: Die Meeresschutz-Stiftung Fundació Marilles, die sich eigentlich für nachhaltige Projekte im Meer um die Balearen einsetzt, hat am Montag (9.12.) ihre "uneingeschränkte Unterstützung" für die Fischer von Mallorca und den Nachbarinseln angekündigt. Diese streiken derzeit gegen die Einführung eines knallharten EU-Dekrets. Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene drastische Abbau an Fangtagen, an denen die Schleppnetzfischer auslaufen dürfen, sei "ungerecht", heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Und das, obwohl die Schleppnetzfischerei eigentlich als alles andere als umweltfreundlich gilt.

Laut der Stiftung hätten die Schleppnetzfischer der Balearen sich jedoch in den vergangenen Jahren deutlich um Nachhaltigkeit und Anpassung bemüht. Die nun in Brüssel diskutierte Reduzierung der Arbeitstage von 130 auf 27 pro Schleppnetzboot im Jahr würde einen "verheerenden Schlag für den Sektor und die davon abhängigen Gemeinschaften" bedeuten, so der Pressetext der Stiftung.

"Balearen-Fischer haben ihre Hausaufgaben gemacht"

"Es ist notwendig, die Meeresressourcen zu schützen und auf nachhaltige Fischerei hinzuarbeiten, aber dies darf nicht durch eine undifferenzierte Politik geschehen, die die Besonderheiten und Bemühungen in bestimmten Gebieten ignoriert", heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Die balearischen Fischer haben ihre Hausaufgaben gemacht."

Aniol Esteban, Vorsitzender der Stiftung Marilles, erklärte zudem: „Die beste Zukunft für die balearischen Fischer besteht darin, die Meeresressourcen in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand zu haben. Im Mittelmeerraum, wenn auch weniger auf den Balearen, leiden wir seit Jahrzehnten unter Überfischung. In diesem Sinne sind Maßnahmen zur Wiederherstellung der Fischbestände normal und wünschenswert. Es ergibt jedoch keinen Sinn, dies auf eine Weise zu tun, die die Existenz der Fischer bedroht."

Zudem zeigten die Daten, dass sich einige Bestände signifikant erholt hätten. Vor diesem Hintergrund unterstütze die Stiftung Marilles die Fischer und fordere gleichzeitig von den Verwaltungen und dem Fischereisektor selbst ein stärkeres Engagement für nachhaltige Fischerei. "Dazu gehört, die Umsetzung von Maßnahmen zu beschleunigen, die für den Schutz der Fische und ihrer Lebensräume sorgen."

"Am meisten benachteiligte Flotte im spanischen Mittelmeer"

Zudem führt die Stiftung aus, dass die Belastung durch die Schleppnetzfischerei auf die Fischvorkommen in den Gewässern der Balearen deutlich geringer sei als im restlichen spanischen Mittelmeerraum. In den vergangenen18 Jahren sei die Zahl der Schiffe, die dieser Fischereimethode nachgehen, auf den Balearen um 44 Prozent zurückgegangen, von 55 auf 31 Boote. Dies sei viel mehr als beispielsweise in Andalusien, wo die Zahl der Boote nur um 25 Prozent zurückging, oder in Katalonien, wo es im selben Zeitraum 37 Prozent weniger Schleppnetzboote gab.

Die balearische Schleppnetzflotte sei daher "die am meisten benachteiligte entlang der gesamten spanischen Mittelmeerküste", so der Pressetext der Fundació Marilles weiter. "Die Schleppnetzfischerei kann auf nachhaltige Weise betrieben werden, und die Balearen haben hier bereits viel erreicht und können als Beispiel für andere Mittelmeerregionen dienen."

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