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Radikaler EU-Vorschlag abgeschmettert: Mallorcas Fischer können aufatmen

Während in Brüssel über eine radikale Reduzierung der Fangtage von Schleppnetzfischern diskutiert wurde, streikten die Fischer auf Mallorca. Nun können sie aufatmen - doch die Auflagen, die sie beachten müssen, werden immer strenger

Knochenjob mit vielen Auflagen: Fischer holen vor Mallorca das ausgeworfene Schleppnetz wieder an Bord.

Knochenjob mit vielen Auflagen: Fischer holen vor Mallorca das ausgeworfene Schleppnetz wieder an Bord. / Foto: Frank Feldmeier

Sophie Mono

Sophie Mono

Die Fischer auf Mallorca können aufatmen: Die Schleppnetzboote im Mittelmeer dürfen im kommenden Jahr weiterhin fast genauso viele Tage ausfahren - vorausgesetzt, sie setzen Maßnahmen um, die ihre Tätigkeit nachhaltiger gestalten. Dies kündigte der EU-Kommissar für Fischerei, der Zypriot Costas Kadis, in den frühen Morgenstunden des Mittwochs (11.12.) an, nachdem die Vertreter der Mitgliedsstaaten rund 30 Stunden lang über das Thema diskutiert hatten.

Den ursprünglichen Vorschlag der Kommission, die Fangtage um 79 Prozent zu reduzieren, hatte mehrere Mittelmeer-Anrainer, darunter Spanien, als „inakzeptabel“ bezeichnet und ein Veto eingelegt. Auf Mallorca, wie auch anderswo an spanischen Küsten, hatten die Fischer am Montag und Dienstag als Zeichen des Protests gegen das Vorhaben aus Brüssel ihre Arbeit niedergelegt. Sie befürchteten durch die drastischen Maßnahmen ein Aus des gesamten Fischerei-Sektors auf den Balearen - und bekamen dabei sogar Unterstützung von Meeresschützern.

Neue Auflagen für die Balearen-Fischer

Trotz der Abewendung des Vorschlags der EU-Kommission reagierte die balearische Landesregierung nur verhalten auf die Entscheidung. „Die Bedrohung durch eine Reduzierung um 79 Prozent wurde abgewendet, aber nicht vollständig beseitigt“, warnte der balearische Landwirtschafts- und Fischereiminister Joan Simonet in einer Pressemitteilung.

Es sei wichtig, dass sich die Schleppnetzfischer nun an die EU-Auflagen halten, die die als aggressiv bekannte Fangmethode weniger umweltschädlich gestalten sollen. So müssten die Fischer der Balearen eine Reihe von Änderungen an den Netzen vornehmen und größere Maschen verwenden. Auch wurde beschlossen, die Gesamtfangquote für rote Garnelen im Mittelmeer von 787 Tonnen auf 708 Tonnen zu senken. Die Fangquote für Goldmakrelen ("llampuga") bleibt bei 127 Tonnen. Man werde die von der EU vereinbarten Maßnahmen, die die Fischer der Balearen betreffen, in den kommenden Tagen detailliert analysieren, so Simonet.

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