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Um den Klimawandel zu beobachten: Mallorca legt sich den ersten eigenen Satelliten zu

Ende des Jahres soll er ins All geschossen werden. Alle sechs Tage ist der Apparat dann über der Insel

Rafael Jordá, der Gründer von Open Cosmos.

Rafael Jordá, der Gründer von Open Cosmos. / B. Ramon

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Mallorca will Ende 2025 den ersten eigenen Satelliten ins All schießen. Die mallorquinische Firma Open Cosmos stellte am Dienstag (7.1.) das Projekt in Zusammenarbeit mit der Balearen-Regierung und den Hoteliers der Insel vor. Mit den Aufnahmen soll in erster Linie der Klimawandel beobachtet werden.

4,2 Millionen Euro kostet der Satellit, den Open Cosmos in Barcelona produzieren wird. 3,5 Millionen Euro steuert die Balearen-Regierung mit Hilfe von EU-Fördergeldern bei. Die restlichen Kosten trägt das Unternehmen selbst. "Derzeit sind wir in der Designphase. Danach wird der Satellit gebaut und auf Herz und Nieren geprüft", sagte Open Cosmos-Chef Rafael Jordá. Schließlich muss sichergestellt werden, dass der Apparat den Abschuss mit der Rakete ins All übersteht. "Dafür unterziehen wir einen Vibrationstest. Der Satellit wird quasi auf eine große Waschmaschine gestellt, die ihn ordentlich durchrüttelt."

Alle zwei Stunden kreist der Satellit um die Erde

Einmal in einer Höhe von 400 bis 700 Kilometer angekommen, umkreist der Satellit alle zwei Stunden die Erde. Alle sechs Tage wird er sich über Mallorca befinden und in der Lage zu sein, Aufnahmen zu generieren. Drei Jahre hält die Elektronik. Danach wird der Satellit ausrangiert und er verglüht wie eine Sternschnuppe beim Eintritt in die Atmosphäre. Insgesamt zehn Satelliten schickte Open Cosmos bislang ins All, sieben davon existieren heute noch.

Weitere Satelliten bereits geplant

Die gewonnenen Daten können beispielsweise Extremtemperaturen auf Mallorca sein oder Aufnahmen von Waldbränden oder Überschwemmungen. "Es ist ein Pilotprojekt für die Balearen, ein erster Schritt", sagte Jordá und kündigte bereits an, dass weitere Inselsatelliten geplant sind, um das Informationsnetz zu vervollständigen. Gleichzeitig trat er aber auch ein wenig auf die Bremse. "Wir werden für 4,2 Millionen Euro nicht die weltweite Problematik des Klimawandels lösen." Wann und wo der Satellit ins All geschossen wird, steht noch nicht fest. Ende Februar will Open Cosmos weitere Einzelheiten bekannt geben.

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