Zum Wohle der Fischer: Meeresschutzgebiet im Südwesten Mallorcas wird drastisch verkleinert
Die 2022 geschaffene Reserva Marina Ponent wird um ein Drittel gestutzt

Das Naturschutzgebiet an der Südwestküste von Mallorca / DM
Die Reserva Marina Ponent im Südwesten Mallorcas soll um ein Drittel kleiner werden als bislang. Von den 3.000 Hektar geschütztem Meeresschutzgebiet, das 2022 von der Vorgängerregierung geschaffen wurde, bleiben nun 2.000 übrig. Das gab die Balearen-Regierung am Donnerstag (6.2.) bekannt.
Maßnahme für die Fischerei
Ziel der Verkleinerung des Gebiets ist es, den Fischern mehr Raum zur Verfügung zu stellen. Das Meeresschutzgebiet war den Fischerei-Innungen immer ein Dorn im Auge gewesen, da es das verfügbare Fanggebiet drastisch einschränkte. Antoni M. Grau, Generaldirektor für Fischerei der Balearen-Regierung erklärte, man hoffe, dass die Fischer von der Umstrukturierung profitieren könnten.
Zugleich beeilte sich Grau zu betonen, dass das verkleinerte Meeresschutzgebiet immer noch zehnmal größer sei, als jenes, das vor 2022 existierte. Vor der Erweiterung durch die linke Vorgängerregierung waren lediglich 227 Hektar geschützt. Man habe bei der Neustrukturierung des Schutzgebiets zudem die Meinungen von Meeresschützern eingeholt, so Grau.
Tauchzonen werden ausgeweitet
Beibehalten sollen nach dem neuen Plan auch die beiden Tauchzonen in den besonders geschützten Teilen der Reserva Marina. Dabei handelt es sich um zwei Zonen um das Eiland El Toro und den Illes Malgrats von Santa Ponça. Zudem wird eine weitere Tauchzone um die Illa del Sec.In diesen Gebieten sind sowohl die Freizeit- als auch die Berufsfischerei eingeschränkt. Die Anzahl der täglichen Tauchgänge wird begrenzt.
Zusätzlich wird die Geschwindigkeit der Schifffahrt auf ein Minimum von vier Knoten und ein Maximum von 10 Knoten geregelt, und das Fahren von Jetskis ist verboten.
Kritik von der Opposition
Die oppositionellen Sozialisten (PSIB-PSOE) übten Kritik an der Entscheidung. Die Partei betrachtet diese Maßnahme als einen Rückschritt für den Erhalt des marinen Ökosystems der Balearen und stellte die offizielle Begründung für den Schritt infrage. Sie wirft der Regierung vor, den Fischereisektor als Vorwand zu nutzen und vermutet stattdessen, dass die eigentliche Absicht darin besteht, Ankerplätze für Yachten aus Port Adriano zu begünstigen.
Zudem forderte die PSIB-PSOE die Stadtverwaltung von Calvià (regiert von PP und Vox) auf, ihre Haltung zu dieser Entscheidung sowie zum Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Bürger klarzustellen. /slr
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