Die Balearen-Regierung kauft die Fincas rund um zwei Traumstrände im Naturpark Llevant
Unter anderem sollen die Ländereien um die Cala Torta und die Cala Mitjana in die öffentliche Hand übergehen. Neue Wanderwege sind geplant

Auch die idyllische Cala Torta gehört zu den Flächen, die die Landesregierung kauft. / Nele Bendgens/Archiv
Nur wenige Tage nach der Entscheidung des Inselrats, die Finca Almallutx im Tramuntana-Gebirge auf Mallorca zu erwerben, zieht nun die Balearen-Regierung nach und kauft vier Anwesen im Naturpark Llevant. Wie das "Diario de Mallorca" berichtet, will die Landesregierung für insgesamt 3,38 Millionen Euro die vier Fincas Son Jaumell (Gemeinde Capdepera) sowie die Gebiete um die idyllischen Naturstrände Cala Mitjana und Cala Torta sowie es Pins Campaners (alle Gemeinde Artà) übernehmen.
Die Landesregierung will von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und hat dem Landwirtschaftsministerium bereits die Erlaubnis erteilt, die Ländereien vom Unternehmen Cala Cristal S.L. abzukaufen. Diese wollte vor Jahren in den fraglichen Gebieten Wohnungen bauen, inzwischen stehen die Anwesen aber unter strengem Landschaftsschutz.
Insgesamt fast 600 Hektar
Die Finca Son Jaumell ist dabei mit 490 Hektar die größte von allen. Sie grenzt im Westen an den Strand von Cala Mesquida und ist wie die anderen drei Fincas komplett unbebaut. Die drei übrigen Anwesen in der Gemeinde Artà sind zusammen rund 93 Hektar groß.

Die roten Flächen will die Landesregierung kaufen. / DM
Laut dem Landwirtschaftsminister Joan Simonet handelt es sich um eine günstige Gelegenheit, weitere Anwesen für die Öffentlichkeit dazuzukaufen. Das Unternehmen Cala Cristal S.L. hatte einen Käufer für die Flächen gefunden, weshalb die Landesregierung einschreiten konnte.
Erste öffentliche Finca in Capdepera
"Wir hatten ein Gutachten des Direktors des Naturparks, das sich nachdrücklich für den Kauf der Ländereien einsetzte, und dazu war es ein Schnäppchen. Also haben wir die politische Entscheidung getroffen, von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen", erklärte Simonet. Das Geld für den Erwerb kommt aus Töpfen, die der Landesregierung zur Verfügung stehen, um die Nachteile der Insellage auszugleichen.
Simonet hob besonders hervor, dass mit dem Kauf nun endlich auch Capdepera in den Genuss einer öffentlichen Finca komme. Die Gemeinde im Inselosten ist inzwischen die einzige auf Mallorca, in der sich alle Anwesen in Privatbesitz befinden.
Gleich mehrere Vorteile
Mit dem Kauf sollen die Gebiete besser geschützt werden können. Auch Flora und Fauna können auf diese Weise besser gemanagt werden. Nicht zuletzt gibt es in den Gebieten interessante und wichtige Dünensysteme.
Ein weiterer Vorteil aus Sicht des Landwirtschaftsministeriums ist, dass die Verantwortlichen nun direkt die Ziegenpopulation kontrollieren können. Die Tiere sind seit Jahren ein Problem, weil sie wertvolle Pflanzen abfressen und sich stark vermehren. Laut Simonet sollen auch neue Wanderwege in den Fincas angelegt werden. /jk
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