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Mallorca wohl doch bereit, den Müll von Ibiza zu verbrennen

Nach mehreren Wochen der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Inselräten stehen nun die Zeichen auf "Solidarität mit den Schwesterinseln"

Die Anlage Son Reus auf Mallorca.

Die Anlage Son Reus auf Mallorca. / franciscogarvi.com

Ganz neue Töne nach wochenlangem Hin und Her zwischen den Inselistitutionen: Der Inselrat von Mallorca hat seine Bereitschaft angekündigt, erstmals die auf Ibiza erzeugten Abfälle anzunehmen. Dies teilte Toni Fuster, ein Sprecher des Inselrats, mit, und betonte, dass "Mallorca immer ein solidarisches Fleckchen Erde war, ist und bleiben wird", und das insbesondere im Hinblick auf seine "Schwesterinseln".

Das klang zuvor noch anders. Der Präsident des Inselrats von Ibiza, Vicent Marí, hatte davon gesprochen, dass es "offene Verhandlungen" über eine Einigung gab. Daraufhin betonte der Vizepräsident des Inselrats von Mallorca und Umweltbeauftragte von Vox, Pedro Bestard, mehrmals vehement, man habe nicht die Absicht, Abfälle von Ibiza nach Mallorca zu schaffen. Der Dezernent für Umweltmanagement im Inselrat von Ibiza, Ignacio José Andrés (PP) versicherte wiederum im Plenum, dass er die "Zustimmung" seines mallorquinischen Amtskollegen habe, den Müll von Ibiza zur Verbrennung in die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft zu transportieren.

Umweltproblem auf Ibiza spitzt sich zu

Artikel 7 des Gesetzes 8/2019 über Abfälle und kontaminierte Böden der Balearen legt fest, dass die Müllverbrennungsanlagen der Balearen sich vorrangig um die auf der Insel erzeugten Abfälle und erst zweitens um den in der Autonomen Gemeinschaft erzeugten Abfall kümmern. Darüber hinaus sieht er vor, dass in "begründeten" Fällen auf Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsebene – und immer in Übereinstimmung mit der Regierung und nach Zustimmung des Inselrats von Mallorca – die Einfuhr von Abfällen akzeptiert werden kann.

Die jetzige Entscheidung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Ibiza, da dessen einzige funktionierende Deponie Ca na Putxa an ihr Limit gestoßen ist. "Wir sind uns des Umweltproblems bewusst, mit dem Ibiza bei der Abfallwirtschaft konfrontiert ist", sagte Fuster und verwies zudem darauf, dass eine solche Situation in Zukunft auch andere Inseln wie Menorca betreffen könnte. Er betonte jedoch ebenfalls, dass der Inselrat von Mallorca die Verantwortung habe, die Interessen der mallorquinischen Bürger zu verteidigen.

"Gerechte und ausgewogene" Vereinbarung

Fuster will nun, dass die Balearen-Regierung die Verhandlungen zwischen den verschiedenen Inselräten anführe, um eine "gerechte und ausgewogene" Vereinbarung zu erzielen. In den kommenden Wochen werden die Gespräche voraussichtlich intensiviert, um eine Lösung zu finden, die sowohl die neu ausgerufene Solidarität zwischen den Inseln als auch den Schutz der Ressourcen und der Umwelt Mallorcas berücksichtigt. /bro

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