Sonnenenergie auf Mallorca: So bedeutend ist Photovoltaik mittlerweile für die Insel
Laut einem aktuellen Bericht stieg die durch eigene Solaranlagen gewonnene Energie im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent an. Doch noch immer ist Mallorca auch vom Festland abhängig

Auf dem Dach ist genügend Platz für die Fotovoltaikanlage, hier im Fall einer Schule in der Gemeinde Artà. / Rathaus Artà
Auf den Balearen wird immer mehr Energie durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Wachstum von fast 30 Prozent zu verzeichnen. Während im Jahr 2023 noch 507 Gigawattstunden (GWh) Strom mit erneuerbaren Energien gewonnen wurden, waren es 2024 bereits 655 GWh. Das geht aus dem Jahresbericht des spanischen Stromnetzbetreibers Red Eléctrica hervor. Damit können fast 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf Mallorca und den Nachbarinseln aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, mit Abstand am meisten durch Photovoltaik.
Noch ausbaufähig
Laut dem Bericht, der am Dienstag (18.3.) vorgestellt wurde, dominieren immer noch andere Energiequellen bei der Stromerzeugung auf den Balearen, allen voran durch Gas- und Dampfkraftwerke. Diese machen 65 Prozent des Gesamtanteils aus. Danach folgt die Photovoltaikenergie mit einem Anteil von 11,3 Prozent.
Den Daten zufolge war der 5. Juni des vergangenen Jahres der Tag mit der höchsten erneuerbaren Energieproduktion auf den Balearen und erreichte eine Erzeugung von 2,8 Gigawattstunden. An diesem Tag konnten sogar 20 Prozent des Stromverbrauchs durch Sonnenenergie gedeckt werden.
Strom vom Festland
Gleichzeitig stieg die vom spanischen Festland stammende Elektrizität, die über die Unterwasserverbindung zu den Balearen gelangt, im vergangenen Jahr um 10 Prozent. Sie deckt 26 Prozent des jährlichen Energiebedarfs der Balearen.
Auf dem Festland ist man in puncto erneuerbare Energien derweil schon deutlich weiter als auf den Inseln. Dort wurden im vergangenen Jahr 60 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energien gewonnen. Vor allem die Windkraft, die auf den Balearen kaum eine Rolle spielt, ist auf dem Festland weit verbreitet. Rechnet man die Energiequellen auf der Insel und die vom Festland zusammen, so konnten im Jahr 2024 rund 25,9 Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf Mallorca und den Nachbarinseln durch erneuerbare Energien gedeckt werden – ein bisheriger Rekordwert.
Spätstart durch Sonnensteuer
Dass das Sonnenland Spanien - und mit ihm die Balearen - nicht schon lange viel mehr Energie durch Sonnenkraft gewinnen, ist auch der "Sonnensteuer" geschuldet, die lange galt. Der ehemalige konservative spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte die Energiewende jahrelang deutlich erschwert, in dem von Unternehmen und Privatpersonen Abgaben für ihre Photovoltaikanlagen forderte. Seit sein Nachfolger, der Sozialist Pedro Sánchez, die viel kritisierte Sonnensteuer abgeschafft hat, boomt die Photovoltaikbranche auch auf den Inseln.
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