Aufreger an Naturstrand: Hotel Formentor bietet ohne Genehmigung Jeeptouren zur Cala Murta an
Die vom Four Seasons für Gäste beworbenen Ausflüge beinhalten auch private Picknicks

Foto aus einer Werbeanzeige für die Touren. / D. M.
Wenn Quads oder Jeeps durch Naturschutzgebiete oder zu den Stränden vorfahren, kommt das auf Mallorca allenfalls bei den Urlaubern gut an. Der jüngste Aufreger hat sich nun auf der Halbinsel Formentor ereignet. Das Hotel Formentor, das nun offiziel l Four Seasons Resort Mallorca at Formentor heißt, bietet offenbar ohne Erlaubnis Jeeptouren für seine Kunden zur geschützten Cala Murta an. Erschwerend hinzu kommt, dass die Ausfahrten ein Picknick am Strand beinhalten. Die Geländefahrzeuge sollen nur wenige Meter vom Wasser entfernt parken.
Der Strand und die Bucht Cala Murta liegen auf dem Landgut Formentor. Dessen Eigentümer ist die Fundació Rotger Villalonga. Wie deren Leiter, Joan Comas, gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" bestätigte, hat die Stiftung dem Jeeptouren-Anbieter keine Genehmigung für die Ausfahrten erteilt. "Wir haben die Aktivität weder genehmigt, noch hat uns jemand um Erlaubnis gefragt, dass er sie ausführen darf", so Comas.
Die Stiftung habe erst am Freitag (28.3.) von den Jeeptouren erfahren. An diesem Tag hatte die Umweltabteilung der Gemeinde Pollença bei der Stiftung angefragt, ob sie entsprechende Genehmigungen für die Ausfahrten erteilt habe. Kurz vorher hatte die MZ-Schwesterzeitung beim Rathaus in Pollença nach der Genehmigung gefragt, nachdem in den sozialen Netzwerken Werbeanzeigen für die Jeeptouren des Four Seasons aufgetaucht waren. In den Anzeigen wurde auch mit Fotos von den Jeeps geworben, die unmittelbar am Wasser stehen.

Mit Bildern wie diesen wurden die Strand-Picknick-Ausflüge in den sozialen Netzwerken beworben. / Instagram
Inzwischen sind die Anzeigen und zumindest die Jeepfotos aus den sozialen Netzwerken verschwunden. In den Anzeigen wurden die Ausfahrten als „das exklusivste Abenteuer“ in einer emblematischen Bucht auf der Halbinsel Formentor angepriesen, die „nur per Boot, zu Fuß in über 30 Minuten oder durch das Four-Seasons-Erlebnis erreichbar ist“. Laut dem Werbetext dürfe das Unternehmen zudem als "einziges mit dem Auto in die Bucht fahren". „Es ist an der Zeit, ein traumhaftes Picknick am Meer zu genießen“, hieß es abschließend in der Anzeige.
Laut dem Verantwortlichen der Fundació Rotger Villalonga hat das Hotel keine Genehmigung, um Gäste auf dem Hauptweg runter zur Cala Murta zu fahren. Der Hauptweg sei ohnehin eigentlich abgesperrt, es würde aber andere öffentliche Wege geben, auf denen man ebenfalls zu der Badebucht gelangt. Als Comas sich mit dem Four-Seasons-Hotel in Verbindung setzte, hätten die Verantwortlichen geantwortet, dass die Jeepausflüge inklusive Picknick von einem anderen in der Gegend tätigen Unternehmen organisiert werden.
Wer steckt hinter den Jeeptouren?
Auch das "Diario de Mallorca" setzte sich schon am vergangenen Freitag (28.3.) mit dem Four-Seasons-Hotel in Verbindung. „Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Roger Villalonga Stiftung ein exklusives Erlebnis namens Formentor Legacy an. Bei dieser Aktivität wird den Gästen die Geschichte und das Erbe der Halbinsel Formentor nähergebracht, einem Gebiet, das aufgrund seines natürlichen und kulturellen Reichtums von großem Interesse ist. Dabei können die Gäste die Halbinsel auf Wanderwegen und mit dem Elektrofahrrad erkunden. Außerdem beinhaltet Formentor Legacy einen Halt an der Cala Murta, wo Teilnehmer die Natur und die Geschichte kennenlernen können“, hieß es seitens der Hotel-Verantwortlichen. Darauf, ob auch mit dem Jeep zum Strand vorgefahren wird, wollten sie nicht näher eingehen.
Am Montag (31.3.) wurden die Ausflüge dann auch von der Plattform SOS Residents kritisiert: „Sie besetzen nicht nur den halben Strand mit Liegen, bauen ihr Hotel illegal und hinterlassen Berge von Schutt im Wald, sondern bieten jetzt auch Ausflüge mit einem Geländewagen an, um (reiche) Touristen zu einem Picknick in Cala Murta zu bringen“, so die Aktivisten. /sw
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