Experte beruhigt Urlauber: "Keine Sorge, in drei bis vier Tagen sind die Quallen wieder weg"
In den vergangenen Tagen hat das Meer Zehntausende Segelquallen angespült. Sie sind aber ungefährlich - und die Natur kümmert sich um sie

Erst Cala Millor Anfang des Monats, nun Port de Sóller und Port d'Andratx am Wochenende: Die Strände auf Mallorca sind voller Segelquallen. Doch kein Grund zur Panik, denn die Tierchen sind für den Menschen harmlos. Allenfalls der Geruch könnte beim Sonnenbad ein wenig stören. "Keine Sorge, in drei bis vier Tagen sind die Quallen wieder weg. Darum kümmert sich die Natur", sagt der Quallenexperte Josep María Gili, Meeresbiologe am Institut de Ciències del Mar (ICM-CSIC) in Barcelona, der MZ.
"Die Art ist bekannt für periodisches massenhaftes Auftreten (Quallenplage) und gehört zum Pleuston (halb eingetaucht oder an der Wasseroberfläche lebende planktonische Meerestiere)", schreibt die Deutsche Stiftung Meeresschutz auf ihrer Website. Die Segelqualle (Velella velella), auch "Sankt-Peters-Schifflein" genannt, verdankt den Namen ihrem Aussehen. Das Segel ist bis zu vier Zentimeter lang und steht im 40-Grad-Winkel zur Körperachse, die bis zu sechs Zentimeter lang ist. Charakteristisch ist die leuchtend blaue Farbe.
Erwachsene Quallen werden an die Strände gespült
Der Name der Quallen ist Programm. "Die erwachsenen Tiere treiben an der Meeresoberfläche und werden vom Wind angetrieben", erklärt Gili. Mehrere Kilometer am Tag können sie so zurücklegen. "Ihr Lebenszyklus beträgt etwa ein Jahr." Neigt sich der dem Ende zu, werden die Schwärme meist an die Strände gespült. "In der Regel beschränkt sich das auf ein bis zwei Wochen im Frühjahr", sagt der Experte.
Dieses Jahr wegen den gestiegenen Meerestemperaturen früher dran
Doch warum kam es nun schon im ganzen März zu der Quallen-Invasion? "Dieses Jahr sind sie früher dran. Das liegt an den gestiegenen Meerestemperaturen, die dafür sorgen, dass manche Quallen ihren Zyklus schneller abschließen", sagt Gili.
In den kommenden Tagen könnten – je nach Windrichtung – weitere Segelquallen an die Mallorca-Strände gespült werden. Josep Maria Gili wagt aber eine Prognose: "Ende April wird es keine mehr geben." Ostersonntag fällt dieses Jahr auf den 20. April.
Besser nicht anfassen
Wer die Segelquallen im Meer treiben sieht oder am Strand auffindet, sollte lieber nicht zupacken. "Sie könnten kleine Hautreizungen verursachen", sagt Gili. Nach 24 Stunden am Strand sei diese Gefahr aber auch gebannt.
Dann komme es zur Geruchsentwicklung. "In einigen Gemeinden ist es verboten, die toten Quallen abzutransportieren. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Seevögel und andere Lebewesen am Strand", so der Experte. In drei bis vier Tagen sei dann der letzte Bissen Qualle verspeist.
Den Sommer über müssen Urlauber auf die Leuchtqualle, auch Feuerqualle genannt, aufpassen. Die Berührung dieses Tiers ist für Menschen deutlich schmerzhafter.
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