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Illegale Hybridkatzen-Zucht auf Mallorca: Polizei verhaftet zwei Personen wegen Online-Verkaufs exotischer Tiere

Bei einer Durchsuchung hat die Guardia Civil einen Karakal, zwei Servale und 16 Katzenartige gefunden. Dahinter steckt ein internationales Netzwerk und ein Handel in größeren Dimensionen

Die Katzenartigen wurden bei dem Polizeieinsatz beschlagnahmt.

Die Katzenartigen wurden bei dem Polizeieinsatz beschlagnahmt. / Guardia Civil

Redaktion MZ

Redaktion MZ

Die Guardia Civil hat im Rahmen der in Valencia und Mallorca durchgeführten Operation "Kotach" in der Gemeinde Manacor auf zwei Personen festgenommen. Gegen eine weitere Person wird ermittelt. Ihnen wird zu Last gelegt, über Internetportale verschiedene Arten exotischer Tiere verkauft zu haben.

Bei einer Durchsuchung lokalisierten die Beamten insgesamt 19 Exemplare der Katzenfamilie, darunter: einen reinrassigen Karakal, eine Luchsart, zwei reinrassige Servale, eine leopardähnliche afrikanische Wildkatze, und weitere 16 Hybridkatzenartige unterschiedlichen Grades und verschiedener Art. Zudem hat die Polizei umfangreiches Material, das derzeit analysiert wird, sowie mehr als 40 Tierpässe aus Russland, Belarus und China, zwei Computer, drei Mobiltelefone und zwei USB-Sticks sichergestellt.

Tiere wurden illegal in die EU eingeschleust

Die Operation begann im März des vergangenen Jahres, als die Naturschutz-Einheit der Guardia Civil (Seprona) Kenntnis davon erlangte, dass ein in Ariany ansässiges Paar auf seinem Grundstück Servale, Karakale und deren Hybriden hielt und züchtete, um diese anschließend in sozialen Netzwerken zum Verkauf anzubieten. Wie die Beamten feststellen konnten, war die Aktivität des Paares im Netz äußerst rege, da sogar Personen aus anderen Ländern sie kontaktierten, um Tiere zu kaufen.

Ermittlungen im Rahmen der Operation "Kotach"

Ermittlungen im Rahmen der Operation "Kotach" / Guardia Civil

Im Zuge der Ermittlungen stellten die Beamten fest, dass die Karakal- und Serval-Zucht auf Mallorca nur die Spitze des Eisbergs war: Dahinter steckt ein internationales Netzwerk, an dem Züchter, Transporteure und Tierärzte beteiligt waren, und das auch mit anderen geschützten Arten handelte – unter anderem weißen Tigern, schwarzen Leoparden, Pumas und Hyänen. Die meisten der zum Verkauf angebotenen Tiere stammten aus Ländern wie Russland, Belarus und der Ukraine und wurden illegal in die Europäische Union eingeführt. Dabei wurden die Tiere über die polnische Grenze zu Belarus in die EU eingeschleust und von dort aus mit gefälschten Papieren weiterverteilt.

60.000 Euro für einen Nebelparder

Die Festgenommenen priesen in ihren Social-Media-Konten den Verkauf von weißen Tigern, Nebelpardern, Nördlichen Luchsen, Hyänen, schwarzen Leoparden und Pumas an. Für einen Nebelparder – eine mittelgroße Großkatzenart des südöstlichen Asiens, die dem Leoparden ähnlich sieht – wurden etwa 60.000 Euro verlangt.

Nachdem die Beamten die zuständigen Verwaltungsbehörden konsultiert hatten, stellten sie fest, dass die Täter keine Zuchtgenehmigung besaßen und auch über keinerlei Dokumente für den Verkauf verfügten, woraufhin die beiden Personen auf Mallorca festgenommen wurden. Die Tiere wurden vorläufig im Safari Zoo von Son Servera untergebracht. Später sollen sie dauerhaft ein Domizil im Auffangzentrum für exotische Tiere Primadomus in Alicante bekommen.

Gefährlicher Trend

Die Versuche, solche Katzenartigen als Haustiere zu züchten und zu halten, sind in Russland und der Ukraine weit verbreitet – ein Trend, der sich langsam in andere Länder ausbreitet. Doch diese Arten benötigen viel Platz, sind darüber hinaus sehr aggressiv und können eine Gefahr für Menschen oder andere Tiere darstellen. Viele Käufer wissen nicht, worauf sie sich einlassen und wollen die Tiere schließlich wieder loswerden.

Hinzu kommt, dass verschiedene Züchter es geschafft haben, diese Katzenartigen mit Hauskatzen zu kreuzen, trotz der Probleme der Sterilität und Lebensfähigkeit der Jungtiere aufgrund von Frühgeburten. Darüber hinaus betrachten sowohl Karakale als auch Servale Hauskatzen in vielen Fällen als Beute und nicht als Paarungspartner, was dazu führt, dass sie diese töten oder schwer verletzen. Ziel der Hybridisierung ist es, exklusive Katzen mit dem abgeschwächten Wildcharakter ihrer wilden Eltern zu erhalten. Tatsächlich können die Preise für einen reinrassigen Karakal oder Serval 8.000 Euro übersteigen, während Käufer für einen Hybriden der ersten Generation bis zu 18.000 Euro bezahlen. /bro

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