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Verschärfte Regeln für Sportevents in der Tramuntana

Für Laufveranstaltungen aller Art sowie und Mountainbike-Wettkämpfe im Gebirge gelten ab sofort strengere Auflagen. Die Teilnehmerzahl wird gedeckelt, auch die Streckenführung unterliegt nun neuen Anforderungen

Auch Trailrunning-Events in der Tramuntana sollen limitiert werden.

Auch Trailrunning-Events in der Tramuntana sollen limitiert werden. / UTMB Iberia

Sophie Mono

Sophie Mono

Trailrunning, Duathlon, Nordic Walking oder Wandermärsche - die Organisation sportlicher Wettkämpfe, die in der Serra de Tramuntana auf Mallorca veranstaltet werden, hat in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen. So stark, dass Umweltschützer Alarm geschlagen haben. Jetzt hat die balearische Landesregierung auf die Entwicklung reagiert - und die Anforderungen für die Genehmigungen der Sportveranstaltungen in geschütztem Gebiet verschärft.

Klare Obergrenzen

Wie in dem am Donnerstag (24.4.) veröffentlichten Amtsblatt (BOIB) nachzulesen ist, soll durch die neuen Regelungen, die ab sofort in Kraft treten, vor allem der Landschaftsschutz in der Tramuntana gewährleistet werden. Bisher hatte sich die Frage, ob ein Sportevent im Gebirge erlaubt wird, stets nach einem Dekret aus dem Jahr 2018 gerichtet. Dieses sah eine Höchstgrenze von 2.000 Teilnehmern pro Wettkampf vor. Nicht klar definiert war jedoch, ob diese Grenze pro Tag, Disziplin oder Strecke auszulegen war.

Jetzt ist die Sache eindeutiger: Bei Laufveranstaltungen jeglicher Art gilt nun eine Obergrenze von 1.800 Teilnehmern pro Tag. An mehrtägigen Veranstaltungen dürfen maximal 2.400 antreten, wobei die tägliche Höchstzahl stets eingehalten werden muss. Ebenfalls zu beachten: Es dürfen sich nicht mehr als 700 Personen gleichzeitig auf derselben Strecke befinden.

Bei Mountainbike-Rennen sind die Regelungen noch strenger. Hier liegt die Tagesgrenze bei 450 Teilnehmern. An mehrtägigen Events dürfen bis zu 850 Leute teilnehmen. Maximal sind 250 Radfahrer pro Route erlaubt. Verläuft die Strecke über Straßen, die für den Fahrzeugverkehr geeignet sind, erhöht sich die Grenze auf 550 Personen pro Tag und maximal 900 insgesamt.

Keine Werbung ohne Genehmigung

Die Tramuntana ist bei Trailrunning- Läufern beliebt

Die Tramuntana ist bei Trailrunning- Läufern beliebt / Frank Feldmeier

Zudem wird in der neuen Regelung betont, dass jegliche Sportevents nur auf befestigten Wegen stattfinden dürfen. Der Einsatz von Musik oder Lautsprechern an ökologisch sensiblen Punkten wird eingeschränkt, zudem müssen die Start- und Zielbereiche und die Verpflegungszonen außerhalb des geschützten Gebiets liegen. Falls dies nicht möglich ist, müssen sie ohne Lärmbelästigung auf befestigten Flächen installiert werde. Während der Brutzeit gefährdeter Arten dürfen keine Veranstaltungen stattfinden - oder sie müssen entsprechend angepasst werden.

Weiter geht aus dem Amtsblatt hervor, dass für jede Veranstaltung eine ausdrückliche Genehmigung erforderlich ist. Der Antrag muss mindestens zwei Monate im Voraus gestellt werden und einen detaillierten Bericht zur ökologischen Durchführbarkeit des Events beinhalten. Solange die Genehmigung nicht vorliegt, darf weder Werbung für das Event gemacht werden, noch dürfen Anmeldungen entgegengenommen werden. Dies gilt auch für Veranstaltungen, die bereits mehrfach in der Tramuntana stattgefunden haben und sich bereits etabliert haben.

Wie das balearische Umweltministerium, das die neuen Regelungen federführend vorangetrieben hat, nun bekannt gab, ist zudem eine breit angelegte Umweltbelastungsstudie in Arbeit. Diese soll mittelfristig feststellen, welche Art von Sportevents die Tramuntana tatsächlich verkraften kann. Bis dahin soll die neue Verordnung einen ersten Schutz gewährleisten.

Events auf Straßen ausgenommen

Ausgenommen von den neuen Regelungen sind Veranstaltungen, die ausschließlich auf asphaltierten Straßen stattfinden, wie beispielsweise Mallorcas größtes Radrennen "Mallorca 312", das an diesem Samstag (26.4.) rund 8.500 Teilnehmer erwartet und großteils durch die Tramuntana führt. Mehrmals hatte es Anwohnerproteste gegen die Veranstaltung gegeben, wegen der zahlreiche Routen stundenlang gesperrt werden müssen. Auch jegliche motorisierte Rallyes, die besonders umstritten sind, sind von den neuen Regelungen nicht betroffen, da auch sie nur auf Straßen stattfinden.

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