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Ratten, tote Tiere und Schmu mit der Freilandhaltung: Umweltschützer verklagen Geflügelfarm auf Mallorca

Die Hühner sollen unter schrecklichen Bedingungen leben. Die Eier werden jedoch mit Gütesiegeln verkauft

Sieht so Freilandhaltung aus?

Sieht so Freilandhaltung aus? / ARDE

Ein Investigativbericht der Umweltschutzverbände Animal Respect and Defense for the Environment (ARDE) und Satya Animal hat erschreckende Zustände in einer Geflügelfarm auf Mallorca aufgedeckt. Die Umweltschützer reichten Klage gegen die Betreiberfirmen Avicola Ballester S.A. und Avicola Son Perot S.A. ein.

Wie genau die Tierschützer an die Informationen kamen, ist nicht bekannt. Der Bericht und die Aufnahmen sollen vom vergangenen April stammen. Die Geflügelfarm in Llucmajor verfügt auf insgesamt 5.000 Quadratmetern über sieben Hallen. Hier sollen 136.000 Hühner leben.

Die erschreckenden Zustände

Und sterben. Laut den Umweltschützern finden sich in den Käfigen auch verwesende Kadaver. An Decken und Wänden tummeln sich Ratten. Selbst Igel laufen in der Halle herum, die völlig verdreckt sei. Entsprechend groß seien die gesundheitlichen Risiken für den Menschen.

Zumal die Betreiber bei den Gütesiegeln betrügen würden. Einige Eier würden als Freilandeier (huevos camperos) und mit dem Siegel "Animal Welfare" verkauft. Dabei lägen den Umweltschützern Aufnahmen vor, die belegen, dass die Hühner mindestens sechs Tage die Woche kein Tageslicht zu sehen bekamen. Dabei schreibt die EU-Norm vor, dass die Möglichkeit des Auslaufes garantiert sein muss.

Eier werden als Freilandhaltung verkauft

Das hat natürlich Auswirkungen auf den Preis. Die Konsumenten bezahlen 35 Prozent mehr für die Eier, die letztlich aus Boden- oder Käfighaltung stammen. Und nicht wie aufgedruckt aus Freilandhaltung. In den USA musste ein Geflügelfarmbetreiber wegen eines vergleichbaren Betrugs zuletzt 287.500 US-Dollar Strafe zahlen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der mallorquinische Betreiber mit 150.000 Euro abgestraft, weil Umweltlizenzen nicht beantragt und Exkremente nicht fachgerecht entsorgt wurden. Die Firma plante auch eine riesige Hühnerfarm in Sineu, die letztlich wegen des Protestes der Nachbarschaftsverbände und Tierschützer verboten wurde.

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