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So süß! 34 kleine Meeresschildkröten krabbeln an Palmas Stadtstrand ins Meer

Zwei Monate lang waren die Jungtiere von Menschen aufgepeppelt worden. Jetzt durften sie den Weg in die Freiheit gehen

Babyschildkröten an Palmas Stadtstrand freigelassen

Ana Belén L. Fuster

An Palmas Stadtstrand Can Pere Antoni haben am Dienstagabend (11.11.) zum Sonnenuntergang 34 junge Meeresschildkröten den Weg in die Freiheit des Meeres gefunden. Unter den Augen zahlreicher Menschen – Familien, Tierschützer und Neugierige – krabbelten die Tiere, die in den vergangenen Monaten von Menschenhand auf Mallorca aufgezogen worden waren, an jenem Strand ins Wasser, an dem sie im Juli aus ihren Eiern geschlüpft waren.

Unbeholfen und doch entschlossen, ganz so, als würden sie den Weg erkennen, kämpften sich die Unechten Karettschildkröten (lateinisch: Caretta caretta) in Richtung Wasser. Jede ankommende Welle schien sie zu ermutigen. Als die erste Babyschildkröte in den Schaumkronen verschwand, durchbrach spontaner Applaus die andächtige Stille. „Wir schließen erneut einen Zyklus“, sagte Anna Torres, Generaldirektorin für Naturschutz und Forstverwaltung der Balearen-Regierung, sichtlich bewegt, während sie den Horizont betrachtet. Man habe die Tiere aufgenommen, um sie zu stärken. "Heute lassen wir 34 frei – mit einem festeren Panzer und besseren Überlebenschancen.

Mallorca ist neues Nistgebiet

Torres weiß, dass genau diese entscheidend sind. „Die Caretta caretta ist im Mittelmeer eine gefährdete Art. Zufällige Beifänge, der Klimawandel und die Veränderung der Brutgebiete bringen sie in Gefahr", so die Expertin. Dennoch hätten sich die Balearen zu einem neuen Nistgebiet entwickelt. "Das ist eine gute Nachricht: Das Leben passt sich an, sucht neue Zufluchtsorte.“

Zweite Chance

Hinter der Aktion steckt das Projekt "Get Starting" der balearischen Landesregierung. Seit 2019 wird den winzigen Lebewesen, die unter erschwerten Bedingungen schlüpfen, eine bessere Überlebenschance gegeben. "Wir halten sie zunächst unter kontrollierten Bedingungen, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Das ist unsere Art, ihnen einen kleinen Schubs zu geben. Danach wird das Meer entscheiden", so Guillem Félix, Koordinator für Meeresfauna in der Landesregierung.

Als die Sonne hinterm Horizont versank, war auch die letzte Karettschildkröte bereits im Meer angelangt. Mit etwas Glück können sie bis zu 1,60 Meter groß und bis zu 110 Kilo schwer werden. Doch das dauert. Vielleicht wird die eine oder andere in 30 Jahren zurückkehren - und selbst Eier an Palmas Stadtstrand ablegen. /somo

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