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Umfassende Studie: Welche Haiart erstmals vor den Balearen gefilmt wurde

Die balearischen Meeresschutzorganisationen haben die Hai- und Rochenarten vor Mallorcas Nachbarinsel Cabrera untersucht

Hier schwimmt der Stumpfnasen-Sechskiemerhai vor den Balearen

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die balearischen Meeresschutzorganisationen Shark Med, Save the Med und Fundación Miralles haben am Dienstag (11.11.) erste Resultate einer umfassenden Studie vor Mallorcas Nachbarinsel Cabrera veröffentlicht. Den Forschern gelang es erstmals, einen Stumpfnasen-Sechskiemerhai zu filmen. Das Projekt wird über das balearische Fischereiministerium mit Geldern aus EU-Fonds finanziert.

"Der Stumpfnasen-Sechskiemerhai lebt schon immer in balearischen Gewässern, jedoch in großer Tiefe. Bislang gelang es uns nie, ihn vor die Kamera zu bekommen", sagte Agustí Torres von Shark Med zur MZ. Bei der bis zu fünf Meter langen Haiart kann es schnell zu Verwechslungen kommen. Im Katalanischen heißt der Hexanchus griseus bocadolça, was man im Spanischen schnell mit boquidulce übersetzt. Das ist allerdings ein Fehler, denn der Boquidulce wäre ein nur 1,40 Meter langer Spitzkopf-Siebenkiemerhai. Die korrekte Übersetzung lautet cañabota. Angriffe des Stumpfnasen-Sechskiemerhais auf Menschen sind weltweit nicht bekannt.

Kameras mit Ködern versehen

Für die Studie haben die Forscher ein Jahr lang im Süden von Cabrera Kameras in eine Tiefe von 35 bis 140 Metern herabgelassen und mit Ködern versehen. Diese Methode sei besonders nachhaltig, da die Tiere nicht gefangen oder groß gestört werden. 3.500 Stunden Videomaterial musste ausgewertet werden. Insgesamt schwommen zwölf Rochenarten und fünf Haiarten vor der Linse vorbei. Drei Rochenarten wurden mit Peilsendern versehen, um ihre Schwimmstrecken nachverfolgen zu können.

Welche Haie auf Mallorca und den Nachbarinseln vorkommen

An Haien war besonders der Blauhai oft in den balearischen Gewässern unterwegs. 17 Exemplare fanden die Forscher binnen des Jahres. Die Haiart erreicht auch gelegentlich die Küsten Mallorcas. Meist handelt es sich um kranke oder verirrte Tiere. Zu Angriffen auf Menschen kam es bislang nicht.

Auch vereinzelte Exemplare des Kurzflossen-Mako wurden gesichtet. Auf den Balearen ist zudem der Kleingefleckte Katzenhai verbreitet. Der Großgefleckte Katzenhai und der Graue Glatthai kommen so gut wie gar nicht hierzulande vor.

Von den Rochenarten entdeckten die Forscher hauptsächlich den Gewöhnlichen Stechrochen und den Gewöhnlichen Adlerrochen. Die Studie soll nun weitergehen, um mehr Videomaterial zu sammeln und die Datenbank auszubauen.

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