Selbst die Umweltaktivisten sind dafür: Warum alle Bäume auf Palmas Stadtmauer gefällt werden sollen
Die Kermesbeeren-Gewächse seien krank und anfällig für Astbrüche bei Unwettern. Das stelle eine Gefahr für die Passanten dar

80 Jahre lang wuchsen die Bäume auf der Stadtmauer. Nun werden sie gefällt. / Mielniezuk
Das Rathaus Palma will alle Bäume auf der Stadtmauer fällen, um sie durch jüngere Exemplare zu ersetzen. Das ging aus einer Sitzung am Donnerstag (13.11.) hervor. Selbst die Umweltaktivisten befürworten die Entscheidung. Nur ein Anwohnerverband legt Protest ein.
Bei den um die Zwölf übriggebliebenen Bäumen handelt es sich um die Zweihäusige Kermesbeere (Phytolacca), auch Ombubaum genannt. Er ist in Südamerika heimisch und besonders in Argentinien und Uruguay für seine immergrüne Art beliebt, die Schutz vor der Sonne bietet.
Bereits vor anderthalb Jahren sechs Bäume gefällt
Allerdings werden die Bäume mit dem Alter labil. Das Rathaus sieht in den 80 Jahre alten Pflanzen eine Gefahr für die Fußgänger. Die Zweihäusige Kermesbeere ist anfällig für Unwetter, bei denen dicke Äste abbrechen und herunterfallen können. Daher wurden vor anderthalb Jahren bereits sechsExemplare gefällt. Damals sprach sich der balearische Baumverband ABA gegen die Entscheidung aus, diesmal ist er dafür. Bei der Kermesbeere handele es sich schließlich um keinen einheimischen Baum.
"Wir empfehlen, alle Bäume zu fällen und durch heimische Arten zu ersetzen. Gut wäre es zudem, den Gehweg zurückzubauen und das Ökosystem mit Büschen und Sträuchern anzureichern", so ABA.
Anwohner wollen das Fällen verhindern
Lediglich der Anwohnerverband Calatrava spricht sich gegen die Entscheidung des Rathauses aus. Die Bäume würden längst zum Stadtbild gehören und die Zerstörung könne nicht immer die erstbeste Möglichkeit sein.
Das Rathaus arbeitet derzeit an einem Abschlussbericht. Im Vordergrund steht dabei die Sicherheit der Fußgänger. Da bei den Unwettern zuletzt Äste herabstürzten, wird die Kettensäge wohl zeitnah angeworfen.
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