Weitere Energiespeicheranlage auf Mallorca geplant: Anwohner gehen auf die Barrikaden
Jetzt auch bei Santa Maria: Nach den Ankündigungen, dass bei Pollença und bei Andratx Batterie-Speicherwerke gebaut werden sollen, wurden nun auch Pläne für ein BESS-Werk bekannt

Die Energiespeicheranlage soll in der Nähe von Santa Maria entstehen. / Redaktion DM
Auf Mallorca boomt die Planung von Energiespeicheranlagen, die dafür sorgen sollen, dass die Infrastruktur auch im Falle eines Stromausfalls weiter mit Energie versorgt werden kann. Nachdem in den vergangenen Wochen Pläne für den Bau neuer Speicheranlagen bei Pollença und bei Camp de Mar (Andratx) bekannt wurden, soll nun auch zwischen den Inseldörfern Consell und Santa Maria ein Speicherwerk auf Batterie-Basis entstehen. Zum Unmut der Bevölkerung.
Empörte Anwohner
Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, hat das balearische Energie-Ministerium das Verfahren zur öffentlichen Auslegung der Erklärung über das strategische Interesse des Projekts Laurea BESS III Energy eingeleitet. Konkret soll die Speicheranlage auf einem Grundstück mit einer Fläche von 2.712 Quadratmetern außerhalb von Santa Maria (im Polígono 3, Parzelle 33) entstehen - einem Ort nordöstlich von Palma, der auch bei vielen ausländischen Residenten zum beliebten Wohnort geworden ist. BESS steht im Englischen für Battery Energy Storage Systems (Batterie-Energiespeichersysteme).
Genau wie in Pollença, wo die Anwohner der Ortschaft Llenaire sich vor einigen Wochen über den Bau eines BESS-Werks empörten (neben 8.000 Unterschriften der Bevölkerung reichten auch das Rathaus von Pollença und Umweltschutzorganisationen Einwände gegen das Projekt ein), stößt das Vorhaben auch in Santa Maria auf Ablehnung unter den Anwohnern. Wie der Nachbarschaftsverein "Amics de la Vall de Coanegra" nun in einer Pressemitteilung betont, hätte eine solche Anlage erhebliche Auswirkungen auf die „die traditionelle Landschaft“ zwischen Con sell und Santa Maria.
Zudem besäße die Anlage "kein öffentliches Interesse, das eine Einstufung als strategische Industrieanlage rechtfertigen würde“. Es handele sich um eine private und spekulative Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht, ohne Produktionsprozess und ohne Schaffung von Arbeitsplätzen, erklärten sie.
"Erhebliches Risiko"
Hinzu käme, dass der Bau eine „unangebrachte“ Nutzung des ländlichen Raums darstellen würde, „der ausschließlich für landwirtschaftliche, Viehzucht- oder forstwirtschaftliche Zwecke bestimmt sein sollte“. Sie erinnerten zudem daran, dass für ihre Genehmigung eine Erklärung des allgemeinen Interesses sowie erforderliche Gutachten des Inselrats notwendig wären. Auch läge keinerlei Genehmigung durch das zuständige Rathaus vor.
Ihre Ablehnung untermauern die Anwohner zudem mit dem Hinweis, dass die Infrastruktur „erhebliche Risiken von Explosionen und Bränden mit sich bringen würde, einschließlich der Freisetzung giftiger Gase und chemischer Verunreinigung von Grundwasserleitern, mit möglichen irreversiblen Folgen für die natürliche Umgebung“. Diese Risiken, so die Bürgerplattform, seien vonseiten der Projektträger in keinem Notfall- oder Evakuierungsplan für den Fall eines Unfalls berücksichtigt worden.
Energiewende als Ausrede zur Industrialisierung?
„Die Energiewende darf nicht als Ausrede dienen, um ländliche Böden zu industrialisieren. Wir benötigen eine Planung, die Eigenverbrauch, dezentrale Erzeugung und die Nutzung bereits transformierter Flächen – wie Industriegebiete oder Logistikareale – priorisiert“, erklärten die "Amics de la Vall de Coanegra". /somo
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