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Die Hälfte der Grundwasservorkommen auf Mallorca ist in schlechtem Zustand

Bei einer Tagung in Lloret de Vistalegre schlugen Experten Alarm

Das Leitungswasser in vielen Orten der Insel ist nicht genießbar.

Das Leitungswasser in vielen Orten der Insel ist nicht genießbar. / Nele Bendgens

Die Wasserressourcen im Inselinnsern, dem Pla de Mallorca, gehören zu den drängendsten Umweltproblemen der Insel. Deshalb fand am Samstag (29.11.) in Lloret de Vistalegre eine Fachtagung statt, auf der Experten und Institutionen die kritische Lage der Wasserversorgung in der Region analysierten.

Das Treffen, organisiert von der Vereinigung Pla de Mallorca XXI brachte Wissenschaftler, Vertreter öffentlicher Einrichtungen und Organisationen zusammen, die über die Folgen von Dürre, Übernutzung der Grundwasservorkommen und den Klimawandel diskutierten.

Einer der Hauptredner, Celso García, Geografie-Professor an der Universität der Balearen (UIB) und einer der größten Wasserexperten auf der Insel. García wies darauf hin, dass 38 der Grundwasservorkommen auf den Balearen – rund 44 Prozent – in schlechtem Zustand seien. Sie hätten an Volumen verloren haben und führten weniger Wasser.

Hälfte der Grundwasservorkommen ökologisch beeinträchtigt

Als „gut“ gilt der Zustand laut García nur, wenn nicht mehr als 80 Prozent des vorhandenen Wassers genutzt werden. Noch alarmierender sei die chemische Belastung: In Gemeinden wie Algaida, Lloret und besonders Petra lägen die Werte von Nitrat und Chlorid im Grundwasser deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten.

Insgesamt gelte die Hälfte der Grundwasservorkommen der Balearen als ökologisch beeinträchtigt. Zudem kritisierte García, dass die Wasserwirtschaftspläne auf falschen Annahmen beruhten: „Sie gehen von einer 100-prozentigen Verfügbarkeit aus, tatsächlich liegt diese aber nur bei etwa 50 Prozent.“

Ein weiteres Problem seien die Kläranlagen im Pla de Mallorca. Deren Abwässer wiesen Chloridwerte von teils über 250 Milligramm pro Liter auf, was eine Wiederverwendung zur Grundwasseranreicherung erschwere.

Wasserwirtschaftsplan mit drei Grundpfeilern

Auch der Generaldirektor für Wasserressourcen der Balearen-Regierung, Joan Calafat, bestätigte die Diagnose von García. Der neue Wasserwirtschaftsplan müsse sich daher auf drei Grundpfeiler stützen: Effizienz steigern, Ressourcen sichern und den Verbrauch steuern. Parallel seien Maßnahmen nötig, um Verschmutzung zu reduzieren und die Wasseraufbereitung und -wiederverwendung auszubauen.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde über die wachsenden Probleme bei der Trinkwasseraufbereitung in der Region gesprochen. Zudem erörterten die Teilnehmer, welchen Beitrag ökologische Landwirtschaft und Tierhaltung zur Verbesserung der Wasserqualität leisten können. Nachhaltigere Anbaumethoden könnten die Nitratzufuhr senken und damit zur Regeneration der Grundwasservorkommen beitragen.

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