Invasive Giftpflanze breitet sich aus: Ist die Trinkwasserqualität des Stausees Gorg Blau bedroht?
Eine Kolonie von blaugrünem Tabak (Nicotiana glauca), der potenziell gefährliche Alkaloide für Tiere und Menschen enthält, wächst unaufhaltsam am südlichen Ufer des Stausees in der Serra de Tramuntana

Die Tabakpflanzen wuchern am Ufer der Gorg Blau. / J. Mora
Die Qualität des Wassers des Stausees Gorg Blau auf Mallorca könnte womöglich bedroht sein. Seit zwei Jahren wächst an seinem Südufer unaufhaltsam eine Kolonie einer invasiven Pflanze. Es handelt sich um Nicotiana glauca, den Blaugrünen Tabak, der auch als Strauchtabak oder Baumtabak bekannt ist. Im spanischen Volksmund wird er tabaco moruno oder tabaco azul genannt. Aufgrund seines Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden und Anabasin ist der Blaugrüne Tabak potenziell toxisch: Die Substanz in den Blättern und anderen Teilen der Pflanze kann bei Menschen und Tieren, wenn sie in größeren Mengen aufgenommen wird, den Tod durch Atemlähmung auslösen.
Diese Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus Südamerika. Als Zierpflanze eingeführt, breitet sie sich aber auch im Mittelmeerraum aus, wo sie einheimische Pflanzen verdrängt und das ökologische Gleichgewicht verändert. Sie tritt als Strauch oder kleiner Baum auf, der Wuchshöhen zwischen drei und sieben Metern erreichen kann. Am Gorg Blau überragen einige der Pflanzen bereits die Höhe eines Menschen und haben einen Stamm von zwei bis fünf Zentimetern Durchmesser. Ein solcher "Tabakwald" völlig unzugänglich.

Einige Pflanzen haben schon eine beachtliche Höhe erreicht. / J. Mora
Pflanzen wuchern stärker als noch vor zwei Jahren
Bereits vor zwei Jahren schlug Sebastià Borràs, ein Kenner der Gegend, wegen des Vorkommens dieser Pflanze am Ufer des Stausees über die sozialen Netzwerke Alarm. Damals gab es nur einige wenige Dutzend Exemplare, die ein kleines Gebiet innerhalb des Guts Almallutx und in der Nähe der islamischen archäologischen Fundstätte einnahmen. Nun hat Borràs erneut öffentlich gewarnt, da sich die Zahl der Pflanzen exponentiell vervielfacht habe und inzwischen eine weitaus größere Fläche einnehme.
Die Exemplare seien jetzt buschiger und viel höher. Für Borràs "wächst diese Kolonie von tabaco azul in einem unaufhaltsamen Rhythmus", und er schätzt, dass es derzeit bereits Hunderte oder Tausende von Pflanzen gibt – mit großen und sehr auffällig grünen Blättern, entstanden aus Samen der ersten Pflanzen, die dort vor wenigen Jahren wuchsen.
Borràs ist besorgt, da der Stausee einen großen Teil von Mallorca mit Trinkwasser versorgt. Die in der Nicotiana glauca enthaltenen Alkaloide könnten sowohl für Menschen und Tiere, als auch für Ökosysteme eine Gefahr darstellen, betonte er. Was tatsächlich geschehen kann, wenn sich die giftige Substanz mit dem Wasser vermischt, das später als Trinkwasser an verschiedene mallorquinische Ortschaften verteilt wird, ist derzeit nicht bekannt. /bro
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