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Palma weint um seine Bäume: 17 Ombubäume an der Stadtmauer gefällt

Der Grund: Sie litten unter mehreren Krankheiten, die bei Wind oder Starkregen zu Bruch oder Umsturz hätten führen können

Etwa 50 Menschen protestierten gegen die Fällung der Bäume an Palmas Stadtmauer.

Etwa 50 Menschen protestierten gegen die Fällung der Bäume an Palmas Stadtmauer. / Manu Mielniezuk

J.F. Mestre

J.F. Mestre

Die Stadtverwaltung von Palma hat trotz Protesten von Naturschützern am Donnerstag (18.12.) die 17 Ombubäume (auch Zweihäusige Kermesbeere genannt) auf der Plaça Llorenç Villalonga an der Stadtmauer entfernen lassen. Laut dem städtischen Amt für Parks und Gärten waren die Bäume krank und stellten eine Gefahr für Passanten dar.

Die Fällung begann in den frühen Morgenstunden, nachdem ein Gericht in Palma die Maßnahme wenige Tage zuvor bestätigt hatte. Bereits gegen sechs Uhr rückten Einsatzkräfte des städtischen Gartendienstes an, begleitet von verstärkter Polizeipräsenz, um die Arbeiten abzusichern. Die Stimmung war angespannt: Etwa 50 Anwohner versammelten sich am Rand des Platzes, um gegen die Fällung der als historisch geltenden Bäume zu protestieren. Einige der Ombubäume (lat. Phytolacca dioica) standen dort seit über 50 Jahren. Sie sind bekannt für ihre ausladenden Kronen und wurden häufig als Schattenspender in mediterranen Städten gepflanzt.

17 Ombubäume wurden an der Plaça Llorenç Villalonga in Palma gefällt.

17 Ombubäume wurden an der Plaça Llorenç Villalonga in Palma gefällt. / Manu Mielniezuk

Palmas Bürgemeister als Terrorist bezeichnet

Die Ortspolizei errichtete Absperrungen, um die Demonstranten auf Abstand zu halten. Zwar blieb es dank der Sicherheitskräfte bei verbalen Protesten, doch Palmas Bürgermeister Jaime Martínez kam bei den Anwesenden nicht gut an: Einige Teilnehmer beschimpften ihn als „Terrorist“. Als Zeichen des Protests errichteten die Demonstranten an der Stadtmauer von Palma einen improvisierten Traueraltar für die gefällten Bäume.

Die Entscheidung stützt sich auf ein Gutachten des städtischen Amtes für Parks und Gärten, das den schlechten Zustand der Bäume dokumentierte. Demnach litten sie unter mehreren Krankheiten, die bei Wind oder Starkregen zu einem Bruch oder Umsturz hätten führen können. Das Gericht sah deshalb die Sicherheit von Personen als vorrangig an. /slr

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