Neue Mallorca-Studie: zu viele Menschen, zu wenig sauberes Wasser
Die Mallorca Preservation Foundation kommt allerdings auch zum Schluss, dass die ökologische Landwirtschaft und die erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut wurden

Auch die Wasserqualität des Meeres hat nachgelassen. / Simone Werner
Die hohe Bevölkerungsdichte auf Mallorca wird zunehmend zum Problem – speziell im Hinblick auf die Wasserressourcen. Das wurde bei der Vorstellung des Jahresberichts der Umweltstiftung Mallorca Preservation Foundation deutlich. Der Bericht, der zum zweiten Mal herausgegeben wurde, versteht sich als eine Art Röntgenbild des aktuellen Zustands der Insel. Nach Angaben der Organisation nahm der Wasserverbrauch im Jahr 2024 um 5,5 Prozent zu, was angesichts der problematischen Situation der Grundwasserspeicher Anlass zur Sorge gibt.
45 Prozent der Vorräte sind entweder übernutzt oder weisen einen zu hohen Salzgehalt auf. 65 Prozent des verbrauchten Wassers stammen laut dem Bericht just aus diesen Grundwasserspeichern, die sich in einem bedenklichen Zustand befinden. Speziell im Sommer liegt die Kapazität dieser Ressourcen bei unter 50 Prozent. Die Entsalzungsanlagen decken lediglich 16 Prozent des Bedarfs ab.
Wasserqualität an den Stränden nimmt ab
Sorgen bereitet den Verfassern des Berichts auch der Zustand des Badewassers an den Stränden. Seit ein paar Jahren sei die Wasserqualität rund um die Insel nicht mehr wie bis dato durchgehend „exzellent“. Dafür gebe es mehrere Ursachen. Die wichtigste: Das Mittelmeer erwärme sich 20 Prozent schneller als der Durchschnitt der anderen Meere. Dennoch, so sagen die Verantwortlichen, sei man nach wie vor weit von einer „schlechten Wasserqualität“ entfernt.
Was die Bevölkerungsdichte angeht, sei auch hier weiter ein Aufwärtstrend erkennbar. Demnach erreichte die Einwohnerzahl von Mallorca 1.190.833 Personen. Im August, zur Hochsaison, hielten sich auf der Insel zeitweise jedoch fast 1,5 Millionen Menschen gleichzeitig auf – ein Bevölkerungsanstieg von rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Positive Aspekte waren laut der Studie die Zunahme der ökologischen Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt hat. Derzeit werden mehr als 40.000 Hektar Fläche mit Bio-Produkten bewirtschaftet. Auch der Verbrauch erneuerbarer Energien auf Mallorca sei innerhalb eines Jahres um 12,25 Prozent gestiegen. Die auf der Insel erzeugte Photovoltaik habe um 13,29 Prozent zugelegt; im Vergleich zu 2023 liege der Zuwachs allerdings bei fast 63 Prozent.
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