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Dürre, Deals und Proteste: Diese Umweltgeschichten haben Mallorca 2025 geprägt

Im Bereich Umwelt und Tierwohl hat das scheidende Jahr mehrere Schlagzeilen auf der Insel hervorgebracht. Das sind die wichtigsten

Die beliebten Strände Cala Torta, Cala Estreta und Cala Mitjana gehören seit 2025 der balearischen Landesregierung

Die beliebten Strände Cala Torta, Cala Estreta und Cala Mitjana gehören seit 2025 der balearischen Landesregierung / Redaktion DM

Redaktion MZ

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Dürre und Wasserlimits treffen den Alltag, während zugleich Naturschutz, Wohnungsbau und Verkehrspolitik neue Konflikte aufreißen. 2025 prallen auf Mallorca Schutz und Nutzung so sichtbar aufeinander wie selten – von aufgekauften Buchten über Baupläne im ländlichen Raum bis zu Protesten gegen Energiespeicher. Und dazwischen gibt es auch Hoffnungsmomente: Schildkrötenbabys am Stadtstrand, ausgesetzte Seepferdchen und erste E-Kutschen.

Idyllische Buchten aufgekauft

Politik im Kaufrausch: Für insgesamt 3,38 Millionen Euro erwirbt die Balearen-Regierung im Februar vier Anwesen im Naturschutzgebiet Parc de Llevant, darunter die Gebiete um die idyllischen Cala Torta und Cala Mitjana.

Neue Häuser im ländlichen Raum

Die Balearen-Regierung will der Wohnungskrise mit dem massiven Bau von Wohnungen beikommen. Ein im März veröffentlichtes Gesetzesdekret sieht 20.000 Einheiten in Palma vor – rund die Hälfte davon zu erschwinglichen Preisen. Im April verabschiedet das Balearen-Parlament das Dekret. Dieses trägt die Handschrift von Vox. So soll unter anderem wieder im ländlichen Raum gebaut werden dürfen. Und die Wohnprojekte sollen auch in kleineren Gemeinden umgesetzt werden. Eine weitere Vox-Forderung geht auch durch: Hausbesetzer werden vom Zugang zu den Sozialwohnungen ausgeschlossen.

Adiós Pferdekutschen

Alcúdia steigt als erster Ort der Insel von Pferde- auf Elektrokutschen um. Pferdekutscher Israel Salazar sieht das mit gemischten Gefühlen: „Kutschen ohne Pferde zu fahren, gefällt uns nicht wirklich, aber wir müssen uns eben an die aktuellen Zeiten anpassen.“ Wer nicht mitmacht, verliert die Lizenz.

Kampf gegen das Kennzeichen D

Ausländischen Autofahrern geht es an den Kragen - zumindest jenen, die nicht unter spanischem Kennzeichen fahren: Die Guardia Civil intensiviert die Kontrollen von Autos von Residenten, die nicht ihrer Steuerpflicht nachkommen. Und der Inselrat legt einen Gesetzesentwurf vor, mit dem die Anzahl der Autos beschränkt werden soll. Zudem sollen Zweithausbesitzer ohne Wohnsitz nur noch ein Auto auf der Insel haben dürfen.

Skandal im Hühnerstall

Tierschützer erheben im Mai schwere Vorwürfe gegen Mallorcas größten Geflügel-Betrieb, Avícola Ballester in Llucmajor. Ratten, die die Wände hochlaufen, verwesende Hühnerkadaver, überall Dreck. Dazwischen: 136.000 Legehennen. Guardia Civil und Landwirtschaftsministerium führen Kontrollen durch. Die Kapazität muss auf 40.000 Hennen reduziert werden.

Neue Schildkrötenbabys am Stadtstrand

Zwei Jahre ist es her, dass erstmals eine Meeresschildkröte ihre Eier am Stadtstrand Can Pere Antoni in Palma abgelegt hat. Mitte Juli wiederholt sich das Phänomen. Ein Mitarbeiter entdeckt die Eier zufällig frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit. Zehn der 77 Eier werden im Labor ausgebrütet, die anderen am Strand. Im November werden die ersten 34 Mini-Schildkröten in die Freiheit entlassen - wenige Meter entfernt von dort, wo sie abgelegt worden waren.

Seepferdchen ausgesetzt

Im Oktober setzt die Stiftung des Palma Aquariums zudem 70 Seepferdchen aus. Im Meer um Colònia de Sant Jordi sollen sich die kleinen Tierchen wieder an das Leben in Freiheit gewöhnen. Zuvor hat das Aquarium die Meeresbewohner ein bis anderthalb Jahre lang aufgepäppelt - so lange, bis die Tiere mit zwölf Zentimetern groß genug sind, um in der Wildnis überleben zu können.

Trockenheit als Bedrohung

Je länger der Sommer dauert, desto drastischere Ausmaße nimmt die Dürre auf Mallorca an. Die Situation in einigen Gemeinden ist so angespannt, dass die Bewohner nur noch an manchen Tagen Wasser aus der Leitung bekommen. Vor allem in der Gemeinde Sóller müssen sich die Menschen an Einschränkungen gewöhnen, auch die Urlauber. Den Hotels stehen pro Tag und Gast noch 250 Liter zur Verfügung.

Unmut über Energie-Speicheranlagen

An verschiedenen Orten der Insel sorgen die Planungen für neue Energiespeicheranlagen für Unmut bei Anwohnern und Umweltaktivisten. Sie sorgen sich um Landschaftsschutz und mögliche Risiken für Mensch und Tier. Insgesamt 35 Anträge für sogenannte BESS-Werke liegen Ende 2025 der Landesregierung vor, drei hat sie bereits genehmigt. Proteste gibt es in Camp de Mar, Llenaire und Santa Maria.

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