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"Noch nie dagewesene Zerstörung": Mallorcas einst aktivste Umweltschützer feiern unverhofftes Comeback

Nach drei Jahren Pause kehrt Terraferida zurück – mit einer eindringlichen Warnung und einer neuen Studie über die Zerstörung der Insel

Mit diesem Bild meldet sich Terraferida zurück.

Mit diesem Bild meldet sich Terraferida zurück. / Terraferida

Überraschendes Comeback auf Mallorca: Die Umweltschutzgruppe Terraferida hat nach knapp dreijähriger Pause angekündigt, wieder aktiv zu werden. Man wolle "an zentralen Themen zu arbeiten, die der Gesellschaft nutzen können“, und den "nie dagewesenen Kahlschlag“ anzuprangern, der Mallorca in den zurückliegenden Jahren getroffen habe.

Und es soll alles recht schnell gehen. Bereits in den kommenden Tagen will Terraferida eine investigative Arbeit mit dem Titel „Inventar der Verwüstung Mallorcas 2015–2024“ veröffentlichen. Im besonderen Fokus steht der Zeitraum von 2021 bis 2024, für den Luftbilder vorliegen, die „zeigen, was in jüngster Zeit auf dem Gebiet geschehen ist“ – und nach Angaben der Umweltschützer eine „noch nie dagewesene Zerstörung“ offenbaren.

Ländlicher Raum werde "in rasantem Tempo" verschlungen

In der Studie hat Terraferida nach eigenen Angaben "Hunderte neuer Villen, Pools, Steinbrüche, Photovoltaikanlagen quantifiziert, dokumentiert und kartiert, die die den ländlichen Raum weiterhin in rasantem Tempo verschlingen“. Für die Umweltschutzgruppe ist die Schlussfolgerung eindeutig: "Wenn es uns nicht gelingt, diese Gier bald zu stoppen, wird Mallorca zu einer einzigen großen Stadt, zu einem riesigen Vorort.“ Wälder, Berge, fruchtbares Land und alles, was dort beherbergt werde, würde auf die "nutzloseste und absurdeste Weise zerstört" und der Bevölkerung damit ein intaktes und lebenswertes Umfeld genommen.

Kritik übt die Gruppe an der Politik im Allgemeinen. Weder die linken noch die rechten Parteien hätten den Willen gezeigt, diesen zerstörerischen Prozess aufzuhalten. Dennoch gebe es noch Hoffnung. Auch wenn "die Gegenwart wenig Anlass zu Jubel gibt“, sei "die Zukunft nicht geschrieben, sondern gestaltbar“, weshalb man überzeugt sei, "dass ein grüneres, schöneres und fruchtbareres Mallorca weiterhin möglich ist“.

Vorläufiges Ende im April 2023

Terraferida hatte im April 2023 kurz vor den letzten Regionalwahlen ihr vorzeitiges Ende bekanntgegeben. Die Aktivisten gaben damals mehrere Gründe für den Entschluss an. Fehlende Zeit und nicht ausreichende Ressourcen, um Anzeigen zu stellen, Informationskampagnen zu kreieren und Presseanfragen zu beantworten. Der Hauptgrund sei aber ein anderer: In den acht Jahren der Existenz sei man bei den Behörden und der Politik "auf eine Mauer" gestoßen.

"Acht Jahre der Vorschläge, Eingebungen und Empfehlungen für einen echten Wandel, um das Leben der Menschen zu verbessern, haben keinen Platz gefunden. Es gab nie ein Ja", hieß es in einem Statement. "Die sozialen Bewegungen müssen manchmal ihre Ziele erreichen können, das ist der Sinn ihres Daseins." Nun scheint die Frustration von damals einer neuen Aufbruchstimmung gewichen zu sein.

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