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Forscher konstatieren deutlichen Rückgang der Artenvielfalt im Meeresnationalpark Cabrera

Trotz Schutzstatus verliert der Meeresnationalpark Cabrera südlich von Mallorca massiv an Artenvielfalt. Die Ursachen sind global

Taucher im Nationalpark Cabrera.

Taucher im Nationalpark Cabrera. / Xavier Turon / CEAB

Europa Press

Der südlich von Mallorca gelegene Meeresnationalpark Cabrera gilt eigentlich als Paradebeispiel für ein noch relativ intaktes marines Ökosystem. Wer dort schnorchelt oder taucht, trifft dank strenger Schutzmaßnahmen auf viel zahlreichere und viel größere Lebewesen als anderswo rund um die Balearen. Eine von den äußeren Einflüssen isolierte heile Welt aber ist Cabrera nicht, wie jetzt Wissenschaftler festgestellt haben. Die Artenvielfalt ist auch dort in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Das haben Forscher des Centro de Estudios Avanzados de Blanes (CEAB-CSIC) und der Universitat de Barcelona (UB) auf Basis von Daten festgestellt, die fast ein Jahrzehnt umspannen. Eine ganz ähnliche Entwicklung konstatierte sie in dem zweiten spanischen Meeresnationalpark Illas Atlánticas (Galicien). Das geht aus einer Mitteilung des CEAB von Donnerstag (8.1.) hervor.

Die in der Fachzeitschrift "Diversity and Distributions" veröffentlichte Studie beruht auf wiederholten Probenahmen derselben Lebensräume am Meeresboden in den Jahren 2014 und 2022. Untersucht wurden sowohl flache, gut beleuchtete Zonen als auch tiefer gelegene Lebensgemeinschaften sowie noch tiefer liegende detritische Böden, die aus Sedimenten und kalkhaltigen Algen bestehen.

Der Nationalpark Cabrera umfasst rund 90.000 Hektar. Die Spitze oben auf der Karte ist der südlichste Zipfel von Mallorca.

Der Nationalpark Cabrera umfasst rund 90.000 Hektar. Die Spitze oben auf der Karte ist der südlichste Zipfel von Mallorca. / Ministerio para la Transición Ecológica

Im Durchschnitt 40 Prozent zurückgegangen

Beim Vergleich der ersten Jahre der Beobachtung (2014–2015) mit den jüngsten Erhebungen (2021–2022) zeige sich, dass der Artenreichtum in den beiden untersuchten marinen Nationalparks im Durchschnitt um rund 40 Prozent zurückgegangen ist. Die Forscher betonen, dass der Schutz zwar lokale Belastungen deutlich verringere, die Nationalparks jedoch nicht von ihrer Umgebung isoliert seien. Auch sie reagierte "auf die Auswirkungen des globalen Wandels infolge menschlicher Einflüsse“. Der Nationalpark Cabrera wurde 1991 gegründet. Heute umfasst er rund 90.000 Hektar.

Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung, moderne genetische Verfahren in langfristige Biomonitoring-Programme zu integrieren. Denn „solide Zeitreihen erlauben es nicht nur, den Zustand mariner Ökosysteme zu bewerten, sondern auch Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung gezielter auszurichten“./ck

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