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Zwei Delfine binnen 48 Stunden an Stränden von Mallorca und Menorca verendet - Forscher rätseln über die Ursachen

Am Strand von Es Trenc und in der Cala Galdana auf Menorca hat das Meer zwei ausgewachsene und extern unverletzte Delfine angespült. Jetzt untersucht die Stiftung Palma Aquarium die Todesursachen

Einer der beiden auf den Balearen gestrandeten Streifendelfine.

Einer der beiden auf den Balearen gestrandeten Streifendelfine. / Fundación Palma Aquarium

Alexandra Bosse

Alexandra Bosse

Innerhalb von nur zwei Tagen sind an Stränden auf Mallorca und Menorca zwei Streifendelfine (Stenella coeruleoalba) verendet. Experten der Stiftung Palma Aquarium können sich die Todesursachen bislang nicht erklären. Das erste Tier wurde am vergangenen Sonntag (18.1.) in der Cala Galdana auf Menorca angeschwemmt. Einen Tag später, am Montag (19.1.), verendete am Es-Trenc-Strand ein weiterer Blau-weißer Delfin, wie diese Art auch bezeichnet wird.

"Der Delfin befand sich an einem mit dem Transporter nicht zugänglichen Strandabschnitt, sodass uns ein Boot des Club Nàutic Sa Ràpita bei der Bergung unterstützt hat", sagt Carmen de Andrés, technische Assistentin bei der Stiftung Palma Aquarium, gegenüber der MZ. Erwachsene Tiere dieser Art können eine Länge von bis zu 2,6 Meter erreichen, wobei die Weibchen bis zu 150 Kilo und die Männchen bis zu 160 Kilo wiegen. Wie andere Delfine dieser Gattung bewegt sich der Streifendelfin in großen Herden auf dem offenen Meer, in der Regel mit mehr als 100 Individuen.

Keine offensichtlichen Todesursachen zu erkennen

Beide Delfine waren bereits tot, als sie aufgefunden wurden. Es handelt sich um zwei ausgewachsene Männchen in ansonsten gutem körperlichen Zustand. Eine offensichtliche Todesursache war nicht zu erkennen: Es gab keine Spuren von Netzen, Frakturen durch Kollisionen oder Interaktionen mit Fischern.

Die Mitarbeiter des Palma Aquariums brachten die verendeten Delfine zur Entnahme von Proben und wissenschaftlichen Untersuchungen in die Einrichtungen der Stiftung an der Playa de Palma. Sie entnahmen Organ- und Gewebeproben, um sie zur histopathologischen Untersuchung einzuschicken und festzustellen, ob Anomalien oder Krankheiten vorlagen. Plastik im Verdauungstrakt, was häufig eine Todesursache bei Meerestieren ist, fanden sie nicht. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen liegen bisher noch nicht vor.

Das ist zu tun, wenn Sie ein Delfin am Strand finden

An den Stränden Mallorcas und den Nachbarinseln Ibiza, Menorca und Formentera werden immer wieder Meerestiere angespült. Oft sind die Tiere bereits verendet, wenn das Meer sie am Strand anschwemmt. Sollten Sie selbst einmal ein verletztes oder verendetes Meerestier am Strand oder in küstennahen Gewässern auffinden, bitte sofort die Notrufnummer 112 wählen. „Es ist wichtig, dass Sie die Tiere nicht berühren. Gerade Meeressäuger können Krankheiten in sich tragen, die sich auch auf den Menschen übertragen können", sagt Carmen de Andrés.

Die Stiftung Palma Aquarium ist seit Juni 2022 auf den Balearen für die Rettung von Meerestieren zuständig und wird sofort von der Notrufzentrale alarmiert. "Für unsere Arbeit ist es eine große Hilfe, wenn wir gleich Fotos oder Videos der aufgefundenen Tiere erhalten, so können wir die Tierart schon spezifizieren und unser weiteres Vorgehen besser planen", erklärt de Andrés. Außerdem sei eine präzise Ortsangabe sehr hilfreich, am besten über die genauen Koordinaten von Google Maps.

Auch Sie können helfen

Die Arbeit der Stiftung ist Teil des Projekts OCEMIB zur Erhaltung und zum Schutz gefährdeter Meerestiere wie Meeresschildkröten, Wale oder Haie. Das Team der Stiftung besteht aus Meeresbiologen und einer Gruppe Freiwilligen, die die Festangestellten bei ihrer vielfältigen Arbeit unterstützen. Die Bergungsarbeiten der Tiere werden immer in Zweierteams vorgenommen. Die Stiftung sucht immer Unterstützung.

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