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Unliebsame Plagegeister: Gemeinde auf Mallorca macht mit Schusswaffen Jagd auf Prozessionsspinner

Mitarbeiter des Rathauses von Calvià schießen mit Gewehren auf die Nester in den Baumkronen

Ob der Rathaus-Mitarbeiter wohl getroffen hat?

Ob der Rathaus-Mitarbeiter wohl getroffen hat? / Rathaus Calvià

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Calvià fährt scharfe Geschütze auf. Im Kampf gegen die Prozessionsspinner setzt die Gemeinde im Südwesten von Mallorca nun Schusswaffen ein. Wie das Rathaus in einer Pressemitteilung am Dienstag (17.2.) erklärt, handelt es sich um eine zusätzliche Maßnahme.

Die Mitarbeiter der Gemeinde zielen mit den Gewehren auf die Nester in den Baumkronen der Kiefern, die so hoch hängen, dass man sonst nicht an sie herankommt. Über die herkömmliche Art per Hand entfernten Angestellte die Gemeinde in den vergangenen Wochen bereits 3.000 Nester der haarigen Tierchen.

Die Präventivmaßnahme mit den Schusswaffen startete am Dienstag in Cas Català und Illetes und soll nun auf 14 weitere Gebiete ausgeweitet werden. Laut der Mitteilung aus dem Rathaus haben Grünflächen, Parks, Sportgelände, Schulen und gut besuchte Plätze Vorrang. "Die Nester zu beschießen, ist der schnellste und beste Weg, um sie zu beseitigen", sagte der Gemeinderat Javier Tascón. Zu den weiteren, das ganze Jahr über getroffenen Maßnahmen, zählt das Aufstellen von Fallen in den Kiefern.

Warum der ganze Aufwand?

Die Tiere verlassen im Frühjahr ihre Nester in den Kronen der Aleppo-Kiefer (Pinus pinea), um lange Ketten zu bilden, bevor sie sich in den Boden eingraben. Der Kontakt mit ihren Härchen kann bei Menschen, vor allem aber bei Tieren schwere allergische Reaktionen auslösen. Es reicht meist, wenn einem ein Prozessionsspinner vom Baum in den Nacken fällt. Starker Juckreiz ist die Folge. Wer eines der Tierchen auf Kleidung oder Haut bemerkt, sollte es am besten mit einem Stock entfernen. Vor dem Picknick im Grünen ist ein Blick in die Baumkronen ratsam, um nach den Raupen Ausschau zu halten.

Normalerweise tauchen die Raupen erst Ende Februar oder Anfang März auf, zuletzt aber auch schon immer früher. Experten wie Luis Núñez vom balearischen Umweltministerium führen ihr immer früheres Auftreten unter anderem auf durch den Klimawandel bedingte hohe Temperaturen zurück.

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