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Atypische Geflügelpest bei Wildvögeln auf Mallorca festgestellt

Newcastle-Virus nachgewiesen. Ungewöhnlich hohe Wildvogel-Sterblichkeit im Südwesten Mallorcas löste die Untersuchungen aus. Jetzt laufen Probenahmen und Biosecurity-Kontrollen in Calvià und Palma

Zwei Türkentauben auf einem Baum.

Zwei Türkentauben auf einem Baum. / Creepanta/Wikimedia Commons

Erhöhte Wachsamkeit auf Mallorca: Das balearische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat den Nachweis des Virus der sogenannten Newcastle-Krankheit oder Atypischen Geflügelpest bei Wildvögeln im Südwesten der Insel bestätigt. Betroffen sind mehrere Türkentauben (Streptopelia decaocto), die in der Gegend von Son Ferrer in der Gemeinde Calvià tot aufgefunden wurden.

Die Newcastle-Krankheit ist eine weltweit verbreitete, außerordentlich ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung, die vor allem Vögel befällt, aber nicht als relevante Zoonose (von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionserkrankung) erachtet wird. Erkrankungen beim Menschen sind sehr selten und treten, etwa in Form einer Bindehautentzündung, vor allem bei Personen auf, die intensiv und direkt mit dem Virus in Kontakt kommen.

Erwachsene Türkentauben sind an ihrem schwarzen Nackenstreifen zu erkenen.

Erwachsene Türkentauben sind an ihrem schwarzen Nackenstreifen zu erkenen. / Iruka/Wikimedia Commons

Acht von elf Proben auf das Newcastle-Virus positiv

Ausgelöst wurden die Untersuchungen auf Mallorca durch eine Meldung über eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit von Wildvögeln in dem Gebiet. Der Tiergesundheitsdienst entnahm daraufhin Proben, die zunächst im offiziellen Labor der Balearen analysiert und anschließend an das nationale Referenzlabor in Algete (Madrid) weitergeleitet wurden. Dort bestätigte sich per PCR-Test in acht von elf Proben der Newcastle-Virus.

Die Tests auf Vogelgrippe fielen dagegen negativ aus. Das Ministerium betonte, dass bislang weder Geflügelbetriebe noch zoologische Einrichtungen auf den Inseln betroffen seien.

Laut dem Generaldirektor für Landwirtschaft, Viehzucht und ländliche Entwicklung Fernando Fernández zeigt der Nachweis, dass die Überwachungssysteme funktionieren. Die wegen der aktuellen Vogelgrippe-Risikolage verstärkten Kontrollen ermöglichten es, auch andere Geflügelkrankheiten frühzeitig zu erkennen. Bereits seit Dezember 2025 werde spanienweit verstärkt auf Newcastle geachtet, nachdem in der Autonomen Gemeinschaft Valencia vier Ausbrüche in Mastgeflügelbetrieben registriert worden waren.

Verschärfte Kontrollen rund um Son Ferrer

Der Fund in der Wildtierpopulation bedeutet nach Behördenangaben nicht automatisch, dass ein „Seuchenherd“ ausgerufen wird, und zieht auch keine Keulungsmaßnahmen nach sich. Er führt jedoch zu einer verschärften epidemiologischen Überwachung. In diesem Zusammenhang hat das Landwirtschaftsministerium Geflügelhaltungen und zoologische Einrichtungen im Umfeld der Fundstelle erfasst. Seit Freitag entnehmen Amtstierärzte Proben und führen Biosecurity-Kontrollen in Betrieben in Calvià sowie in Palma durchführen.

Fernández betonte, dass es aktuell auf den Balearen keine betroffenen Betriebe gebe. Man handle vorbeugend, um sowohl den Geflügelsektor als auch Tierbestände in zoologischen Einrichtungen zu schützen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Tierseuchenwarnungen in den vergangenen Jahren zugenommen hätten und die Situation insgesamt komplexer geworden sei.

Besonders wichtig sei dabei auch die verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit den Taubenzucht- und Taubensportvereinen, da Tauben als mögliche Überträgerart gelten.

Derzeit warten die Behörden auf die Charakterisierung des Virus durch das Labor in Algete, um den genauen Erregertyp und damit die Virulenz zu bestimmen. Über neue Erkenntnisse sollen die betroffenen Branchen informiert werden.

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