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Nach 20 Jahren Streit: Spanischer Promi-Journalist muss seinen Pool direkt am Meer auf Mallorca abreißen

Die Küstenbehörde folgte einem Urteil des Nationalen Gerichtshofs. Somit muss der frühere "El Mundo"-Chefredakteur Pedro J. Ramírez die Abrissarbeiten an seinen Anlagen in Costa dels Pins veranlassen

Das Corpool Delicti von Pedro J. Ramírez.

Das Corpool Delicti von Pedro J. Ramírez. / DM

Die balearische Landesregierung hat den Abriss der Terrasse, des Swimmingpools und des Bootsanlegers des landesweit bekannten Journalisten Pedro J. Ramírez angeordnet, die sich auf öffentlichem Küstengebiet in Costa dels Pins in der Gemeinde Son Servera im Osten von Mallorca befinden.

Die Entscheidung wurde von der Küstenbehörde getroffen, die damit ein Urteil des Nationalen Gerichtshofs umsetzt. Dieses hatte die Entscheidung des Umweltministeriums für nichtig erklärt, die den Betrieb dieser Anlagen ermöglicht hatten. Das berichtete zunächst die Zeitung Ara Balears. Die Balearen-Regierung bestätigte den Vorgang.

Das Urteil war bereits 2021 bekannt geworden. Ein Jahr später legte der Sohn des Journalisten dagegen Rechtsmittel beim Obersten Gerichtshof ein, doch dieses wurde nicht zur Entscheidung zugelassen. Fünf Jahre später hat nun Pedro J. Ramírez selbst den Abriss der Anlagen beantragt, um der gerichtlichen Entscheidung nachzukommen. Er wird daher auch die erforderlichen Genehmigungen einholen und die Abbrucharbeiten veranlassen. Der unter Spaniern als "Pedro J." bekannte Ramírez stammt aus Navarra und war lange Jahre Chefredakteur der überregionalen Tageszeitung "El Mundo". Heute leitet er die Geschicke der Nachrichtenplattform "El Español".

Auseinandersetzung dauert schon 20 Jahre

Der Fall reicht bis an den Beginn des Jahrhunderts zurück. Neben seinen juristischen Folgen griff er auch auf die Politik über und löste Bürgerproteste aus. Die Genehmigung für den Bau des Swimmingpools, der Terrasse und des Bootsanlegers auf einem Grundstück, das zum öffentlichen Küstengebiet gehört, wurde erteilt, als der frühere Ministerpräsident der Balearen, Jaume Matas, Umweltminister war.

Zwar erstattete die sogenannte Lobby per la Independencia Anzeige gegen Matas, doch die balearische Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da sie in der Erteilung dieser Genehmigung für das dem Journalisten und Verleger gehörende Anwesen kein strafbares Verhalten erkannte.

Die Lobby hingegen vertrat die Auffassung, Matas trage strafrechtliche Verantwortung, da er eine Nutzungs- und Belegungskonzession für das 350 Quadratmeter große Grundstück von Ramírez erteilt habe, was mit der „persönlichen Beziehung und Freundschaft“ zwischen beiden zusammenhänge. Auch die Umweltorganisation GOB befasste sich mit dem Fall und reichte damals beim Umweltministerium ein Schreiben ein, in dem sie die Nichtigkeitserklärung der Konzession verlangte, da diese ihrer Ansicht nach gegen das staatliche Küstengesetz verstoße.

Proteste vor dem Anwesen

Gegen die Konzession wandten sich zudem Parteien wie die Sozialisten oder die Linkspartei ERC. Deren Abgeordneter Joan Puig wurde gerichtlich belangt, nachdem er im August 2005 in den Pool der Villa eingedrungen war. Im darauffolgenden August fand eine weitere Kundgebung statt, zu der Mitglieder von EU/Els Verds, des PSM und der ERC sowie rund ein Dutzend sozialer Organisationen aufgerufen hatten.

Sie versammelten sich vor dem Anwesen von Pedro J. Ramírez in Kajaks, Motorbooten, auf Jetskis und mit anderen Wasserfahrzeugen, um ihren Protest gegen die jüngsten Entscheidungen der damaligen Umweltministerin Cristina Narbona, der Nachfolgerin von Matas, zum Ausdruck zu bringen, die es dem Journalisten erlaubten, das private Eigentum am Pool zu behalten. Der Streit landete schließlich vor Gericht, und die Audiencia Nacional erklärte die ministeriellen Anordnungen, die den Betrieb des Pools ermöglicht hatten, für nichtig und ordnete folglich dessen Abriss an.

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