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Rücktritte, Tränen, Vorwürfe: Interne Krise erschüttert Mallorcas größte Umweltschutzorganisation GOB

Teresa Cuennet hat unter Tränen ihren Rücktritt als GOB-Vorsitzende angekündigt. Auch mehrere Vorstandsmitglieder verlassen die wichtigste Umweltorganisation Mallorcas. Das steckt dahinter

Die Vorsitzende der Umweltorganisation GOB, Teresa Cuennet, hat am Freitag (22.5.) ihren Rücktritt angekündigt

Die Vorsitzende der Umweltorganisation GOB, Teresa Cuennet, hat am Freitag (22.5.) ihren Rücktritt angekündigt / B. Ramon

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Keine andere Umweltorganisation hat Mallorca in den vergangenen 53 Jahren so geprägt wie der GOB. Zahlreiche Vorstöße für mehr Umwelt- und Landschaftsschutz gehen auf die Kappe der Grup Balear d'Ornitologia i Defensa de la Naturalesa. Ob im Kleinen oder im Großen - immer wieder und unermüdlich haben die Aktivisten sich für Umweltthemen auf der Insel eingesetzt. Jetzt droht die Vereinigung von innen zu zerbrechen.

„Wir hoffen, dass die Kriegsbeile gesenkt werden und man uns arbeiten lässt", betonte Teresa Cuennet damals, vor knapp zwei Jahren, als sie mit großer Mehrheit zur neuen GOB-Vorsitzenden gewählt worden war. Doch der erhoffte Frieden kam nie. Am Freitag (22.5.) kündigte sie in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unter Tränen ihren Rücktritt an. "Den GOB zu leiten war ein Privileg, aber auch ein Albtraum“, so die Umweltaktivistin.

Gemeinsam mit Cuennet haben mehrere Mitglieder des Vorstands, die der Vorsitzenden nahestehen, ihren Rücktritt eingereicht. Erst vor wenigen Wochen hatte das wohl bekannteste Gesicht des GOB, Margalida Ramis, nach 17 Jahren die Organisation verlassen - und damit den Konflikt endgültig entfacht, der schon seit langem im Inneren der Organisation zündelt. Konkret ging es unter anderem darum, ob sich ehrenamtliche Arbeit im Vorstand und ein Angestelltenverhältnis bei der Vereinigung miteinander vereinbaren lassen.

Die Auseinandersetzung ist für Außenstehende schwer nachzuvollziehen und komplex. Grundsätzlich ist die Gruppe, die vor drei Jahren ihr 50-jähriges Bestehen feierte und als größte Umweltschutzgruppe der Balearen gilt, entzweit in einen kritischen Flügel, der stärker auf den Schutz von Arten und Naturräumen ausgerichtet ist, und den Stamm um den Vorstand, der auch soziale und gesamtgesellschaftliche Perspektiven einnimmt.

"Aggressiver Ton"

Immer wieder habe sie unter dem „aggressiven und herabwürdigenden Ton“ des kritischen Flügels gelitten, versicherte die scheidende Vorsitzende Teresa Cuennet. "Im Moment stecken wir in einer Krise darum, welches Modell von Organisation wir wollen“, erklärte sie sichtlich bewegt. „Ich scheide aus der Organisation aus, die mich hat wachsen sehen und auf die ich stolz war."

Auch andere scheidende Vorstandsmitglieder beklagten sich über schwerwiegende Äußerungen von Mitgliedern des kritischen Flügels. Diese hätten den Vorstand als „Marionetten von Margalida Ramis“ bezeichnet und sich immer wieder herabwürdigend geäußert. „Wir erleben eine kollektive Selbstzerstörung. Wir wollen, dass die Organisation überlebt und wiedergeboren wird“, versicherte ein weiteres zurückgetretenes Vorstandsmitglied. „Es hat an Empathie und Loyalität gefehlt“, so ein anderes Ex-Vorstandsmitglied.

"Entfremdung zur Basis"

Tatsächlich hatte es auch nach Außen hin in den vergangenen Monaten immer wieder Anzeichen dafür gegeben, dass es um den Konsens innerhalb des GOB nicht gut bestellt ist. Erst am 19. Mai veröffentlichten einige Anhänger des kritischen Flügels einen öffentlichen Brief in der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", in dem sie ihren Willen bekräftigten, den GOB von innen heraus wieder "aufbauen und reaktivieren" zu wollen". Ihrer Meinung nach stecke die Organisation seit Jahren in der Stagnation. Mehrere strategische Prozesse seien seit Langem intern blockiert, darunter auch die Überarbeitung der Satzung und der internen Geschäftsordnung. Hinzu komme ein "wachsendes Gefühl der Entfremdung zwischen der Organisation, dem Territorium und einem Teil ihrer gesellschaftlichen Basis", hieß es dort.

Die Krise lässt tiefe Risse erkennen in einer Organisation, die für einige der größten umweltpolitischen Errungenschaften Mallorcas und der Nachbarinseln verantwortlich ist. Dazu zählt der umfassende Schutz von Naturräumen wie der Serra de Tramuntana, Mondragó oder Llucalcari und nicht zuletzt auch die Abrisse von Strandlokalen in den vergangenen Jahren, wie denen von Es Trenc oder zuletzt dem Strandkiosk an der Son Moll. /somo

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