"Mallorca hat eine kritische Grenze erreicht": Neues Bündnis ruft dazu auf, "Land und Meer" zu regenerieren
Die neue Initiative "Aliança Mar i Terra de Mallorca" vereint sieben bekannte Vereinigungen aus Umweltschutz und Landwirtschaft

Sie sind Tel der "Aliança Mar i Terra de Mallorca" / Aliança Mar i Terra de Mallorca
Mallorca hat seit Donnerstag (28.5.) eine neue Initiative, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen der Insel gemeinsam angehen will. Die „Aliança Mar i Terra de Mallorca“ wurde am Vormittag auf der Finca Ariant in Pollença vorgestellt. Die Gruppierung versteht sich als Bündnis mehrerer Vereinigungen und Organisationen, die die Insel „von den Bergen bis zum Meer“ regenieren wollen.
Hinter dem Bündnis stehen sieben Organisationen aus den Bereichen Meeresschutz, Bio-Landwirtschaft und regionaler Lebensmittelversorgung: APAEMA, Arrels Marines, CERAI, die Fundación Iniciativas del Mediterráneo, die "Mönchsgeier-Stiftung" Fundación Vida Silvestre Mediterránea, PermaMed und Save the Med. Gemeinsam wollen sie mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und institutionellen Akteuren einen Fahrplan für ein widerstandsfähigeres Mallorca entwickeln.
Die Initiative entsteht nach Angaben der Beteiligten in einer Zeit, in der die Insel an einem Wendepunkt steht. Als zentrale Probleme nennen sie unter anderem die Wasserkrise, die Verschlechterung der Ökosysteme an Land und Wasser sowie ein geschwächtes soziales Bewusstsein.
Commonland ist strategischer Partner
Commonland, eine internationale Organisation zur Wiederherstellung geschädigter Landschaften, wird strategischer Partner des Bündnisses. Sie hat die Methode der „4 Returns“ entwickelt: Dabei geht es um vier Formen von Rückgewinnung: Inspiration, soziale Wirkung, Natur und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Damit wird Mallorca Teil eines Netzwerks von Projekten in mehr als 20 Ländern.
Auf der Insel stehe zuerst im Fokus, die Natur an Land und im Meer wieder zu stärken. Dazu gehören etwa eine nachhaltigere Bewirtschaftung von Feldern und Wäldern sowie ein besserer Schutz von Artenvielfalt. Der zweite Bereich soll den Zusammenhalt auf der Insel fördern und lokale Akteure stärker einbinden.
Auch wirtschaftlich setzt das Bündnis auf ein anderes Modell: Mallorca soll stärker auf das achten, was die Insel tatsächlich tragen kann. Gefördert werden sollen unter anderem eine nachhaltigere Landwirtschaft, Viehzucht mit mehr Platz für die Tiere, eine schonendere Bewirtschaftung von Feldern und Wäldern sowie die traditionelle Fischerei.
Erstes Projekt an der Nordküste geplant
Als ein erstes konkretes Beispiel ist das „Proyecto Piloto Azul“ an der Nordküste der Insel vorgesehen. Geplant ist unter anderem, Posidonia-Seegraswiesen wieder anzusiedeln, nahegelegene Fincas auf umweltfreundlichere Landwirtschaft umzustellen und Abwasser mithilfe natürlicher Filtersysteme zu reinigen.
Nach der Vorstellung riefen die beteiligten Organisationen weitere Partner aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik dazu auf, sich der Initiative anzuschließen. "Mallorca hat eine kritische Grenze erreicht", erklärten Sprecher der Allianz. Die bisherigen, voneinander getrennten Ansätze reichten nicht mehr aus. „Die Insel zu regenerieren, ist die Herausforderung unserer Generation“, so die Initiatoren.
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