Giftig oder nicht? Einheimisch oder eingeschleppt? Der kleine Schlangenführer für Mallorca
Die Hufeisennatter breitet sich auf Mallorca immer weiter aus und sorgt für Verwirrung bei der Unterscheidung von einheimischen Schlangenarten

Die Hufeisennatter richtet massive Schäden im Ökosystem der Balearen an. / Guillem Casbas/CREAF
Immer häufiger tauchen auf Mallorca die invasiven Hufeisennattern auf, nicht zuletzt schwimmend an den Stränden. Allerdings gibt es auch einheimische Schlangen auf der Insel. Deshalb dürfen nicht alle Arten, die auf Mallorca auftauchen, gleich behandelt werden. Angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Hufeisennatter (serp de ferradura) in verschiedenen Gemeinden herrscht unter Anwohnern, Wanderern und Grundstücksbesitzern zunehmend Verwirrung: Woran erkennt man, ob es sich um eine einheimische oder eingeschleppte Art handelt? Ein kurzer Überblick:
Die einheimischen Schlangen auf Mallorca
Mallorca beherbergt zwei Arten, die als einheimisch gelten:
Serp de garriga oder Kapuzennatter

Die einheimische Serp de Garriga. / DM
Dabei handelt es sich um eine kleine, unauffällige Schlange, die vor allem tagsüber sehr gerne versteckt lebt und dämmerungs- und nachtaktiv ist. Sie ist äußerst scheu, bleibt oft unbemerkt und gehört zur natürlichen Fauna auf Mallorca und Menorca. Die Tiere werden maximal zwischen 50 und 80 Zentimeter lang. Ihr Körper ist hellgrau, graubraun, beige oder rötlichbraun. Darauf finden sich dunkle Zeichnungselemente mit dunkelbraun abgesetzten Rändern. Die Art steht unter Schutz und hält eine Winterruhe von vier bis sechs Monaten. Wird sie versehentlich gefangen, muss sie am selben Ort wieder freigelassen werden. Die Schlange verfügt über Gift, das für den Menschen allerdings weitgehend ungefährlich ist.
Serp d’aigua oder Vipernatter

Die ebenfalls einheimische Serp d'Aigua. / DM
Diese Schlange kommt vor allem in feuchten Lebensräumen vor – an Tümpeln, Teichen und anderen Wasserstellen und kann dementsprechend gut schwimmen und tauchen. Ihr Aussehen kann an eine Viper erinnern, doch sie ist keine. Folglich ist sie nicht giftig. Ihr breiter Kopf ist klar vom restlichen Körper abgesetzt. Die Tiere können 70 Zentimeter bis maximal einen Meter lang werden. Auch diese Art ist auf Mallorca und Menorca heimisch und sollte nicht mit eingeführten Arten verwechselt werden.
Die invasiven Schlangen auf Mallorca
Besonders im Fokus stehen auf Mallorca drei Arten, die als eingeschleppt oder potenziell invasiv gelten:
Serp de ferradura oder Hufeisennatter

Die Hufeisennatter (Serp de ferradura). / DM
Sie hat sich in den zurückliegenden Jahren besonders stark auf den Balearen ausgebreitet. Ihren Namen verdankt sie der hufeisenförmigen Zeichnung auf dem Kopf. Sie kann beachtliche Größen von bis zu zwei Metern erreichen und ist inzwischen eine der häufigsten eingeschleppten Schlangen in Teilen der Inselmitte, im Osten und im Süden Mallorcas. Sie lebt hauptsächlich in trockenem, felsigem und spärlich bewachsenem Hügelland. Oft klettert sie auf Gesträuch und Bäume. Auf Ibiza und Formentera hat sie die dortigen einheimischen Eidechsen an manchen Stellen bereits ausgerottet. Die Schlange ist allerdings nicht giftig, besitzt keine Giftzähne.
Serp blanca oder Treppennatter

Die Treppennatter trägt ihren Namen wegen ihres Musters auf dem Rücken. / DM
Auch diese Art stammt vom Festland. Jungtiere tragen auf dem Rücken meist eine Zeichnung, die an eine Treppe erinnert – daher ihr Name. Auf Mallorca gilt sie als eingeschleppt. Die Schlange kann bis zu 1,60 Meter lang werden. Ihr Kopf hat eine dreieckige Form und hat eine zugespitzte Schnauze. Die Treppennatter ist sowohl tag- als auch dämmerungsaktiv. Sie jagt kleine Säugetiere bis zur Größe von kleinen Kaninchen und Vögel, die sie mit dem Maul schnappt und danach mit ihrem Körper erwürgt. Sie ist relativ aggressiv und attackiert potentielle Feinde mit heftigen Bissen, besitzt aber kein Schlangengift.
Serp verda oder Montpellier-Schlange

Die Montpellier-Schlange kann länger als zwei Meter werden. / DM
Dies ist eine große Schlange, die auch mal länger als zwei Meter werden kann. Auch sie stammt von der Iberischen Halbinsel und gehört zu den auf Mallorca nachgewiesenen eingeführten Arten. Sie besitzt Giftzähne im hinteren Bereich des Mauls, ist für Menschen aber ungefährlich. Die Schlange hat ungewöhnlich große Augen und kommt vor allem in trockenen und sonnigen Gegenden vor, wo es ausreichend Beute, wie etwa kleine Reptilien, Nager oder auch Vögel gibt.
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