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Mallorca erlebt seltenes Naturschauspiel: Distelfalter breiten sich auf der Insel aus

Experten sehen in der vermehrten Sichtung der Schmetterlinge ein positives Zeichen für das Ökosystem

Keine Plage, sondern eine gute Nachricht: die Invasion der Distelfalter auf Mallorca.

Keine Plage, sondern eine gute Nachricht: die Invasion der Distelfalter auf Mallorca. / Joan Mora

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Der Distelfalter macht sich auf Mallorca breit: Seit einigen Tagen werden die Bewohner und Besucher zahlreicher Gemeinden auf Mallorca von einer regelrechten Invasion der Schmetterlinge überrascht.

Die Wanderfalter wurden an vielen, teils weit voneinander entfernten Orten der Insel gesichtet, doch in Alcúdia und Pollença berichten besonders viele Menschen davon, Hunderte Exemplare über Felder, Gärten und durch bebaute Gebiete flattern gesehen zu haben.

Auch in den sozialen Netzwerken blieb das Phänomen nicht unbemerkt. Dort häufen sich Fotos, Videos und Beiträge zu den Schmetterlingen, was bei vielen Neugier, aber auch Fragen ausgelöst hat. Fachleute und Naturvermittler sind sich jedoch einig: Es handelt sich um einen völlig natürlichen Vorgang – und darüber hinaus um einen positiven für das Ökosystem.

Distelfalter legen weite Strecken zurück

Bei der Art handelt es sich um Vanessa cardui, auf Deutsch den Distelfalter. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Schmetterlingsarten der Welt und ist für seine beeindruckenden Wanderbewegungen bekannt. Anders als viele andere Falter überwintert er nicht, sondern legt in mehreren aufeinanderfolgenden Generationen weite Strecken zurück.

Einer von vielen Distelfaltern derzeit auf Mallorca.

Einer von vielen Distelfaltern derzeit auf Mallorca. / Ajuntament Alcúdia

Viele der in diesen Tagen beobachteten Schmetterlinge dürften ihre Reise in Nordafrika begonnen haben, von wo aus sie das Mittelmeer überquerten, um Mallorca zu erreichen. Von hier aus setzen einige ihren Weg weiter nach Nordeuropa fort, während ihre Nachkommen zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Route nach Süden antreten.

Es ist alles andere als eine Plage

Besonders auffällig war der Zustand mancher Flügel, die sichtbar abgenutzt waren – ein deutlicher Hinweis auf die lange Strecke, die die Tiere bereits zurückgelegt haben. Während ihres Aufenthalts auf der Insel nutzen die Insekten die Gelegenheit, sich vom Nektar blühender Pflanzen zu ernähren und neue Kräfte zu sammeln.

Von einer Plage oder einem Problem kann dabei keine Rede sein. Im Gegenteil: Die große Zahl dieser Schmetterlinge gilt als Zeichen dafür, dass die Umgebung ausreichend Ressourcen bietet – etwa blühende Vegetation und günstige Bedingungen für Bestäuber.

Nicht immer in dieser Intensität

Solche Wanderbewegungen gibt es zwar jedes Jahr, doch nicht immer in derselben Intensität. Gerade deshalb heben Fachleute den Wert dieses Ereignisses als kleines Naturschauspiel hervor, das eine der faszinierendsten Wanderbewegungen im Tierreich aus nächster Nähe sichtbar macht.

„Wenn ihr in diesen Tagen viele Schmetterlinge seht, genießt es: Wir haben ein kleines Naturspektakel ganz in unserer Nähe“, empfiehlt das Rathaus von Alcúdia in einem Post bei Facebook.

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