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Schlange im Garten – doch niemand kommt: Deutsche Residentin fühlt sich auf Mallorca alleingelassen

Es könnte sich um die invasive Hufeinsennatter handeln

Chillt im Oleanderbusch: eine Schlange im Garten der L.s in Son Serra de Marina.

Chillt im Oleanderbusch: eine Schlange im Garten der L.s in Son Serra de Marina. / privat

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Sarah López

Sarah López

Schlange im Garten – was nun? Diese Frage stellte sich Andrea L. am Mittwochmorgen (1.7.) in Son Serra de Marina im Nordosten Mallorcas. Gegen 8.30 Uhr entdeckte die deutsche Teilzeitresidentin im Garten ihres Reihenhauses das etwa ein Meter lange Tier. Die Schlange kroch offenbar aus dem Bereich des Briefkastens, nur wenige Meter vom Haus entfernt.

Nach dem Fund alarmierte sie – wie es in so einem Fall empfehlenswert ist – die Polizei über die 112. Auf Spanisch erklärte sie, dass sich eine große Schlange auf ihrem Grundstück befinde. "Bei uns ist es auch nicht besonders ländlich, wir leben nicht auf einer Finca", beschrieb die Teilzeitresidentin die Umgebung der MZ am Telefon.

Die Beamten versicherten ihr, jemand werde sich darum kümmern. "Ob es sich um die Ortspolizei oder Guardia Civil im ersten Gespräch handelte, konnte Frau L. nicht sagen. Fakt ist: L. und ihr Mann warteten den ganzen Morgen auf die Beamten, doch es kam keiner vorbei. Mittlerweile hatte es sich das Reptil in einem Stromkasten auf der Straße bequem gemacht, nur einen Meter von ihrem Haus entfernt.

Vom Briefkasten in den Stromkasten: Die Schlange in ihrem neuen Versteck.

Vom Briefkasten in den Stromkasten: Die Schlange in ihrem neuen Versteck. / Privat

"Für eine Schlange kommen wir nicht"

Nach Stunden war kein Beamter weit und breit in Sicht. Diesmal rief Herr L. bei der Polizei an und bat darum, mit jemandem auf Deutsch sprechen zu können. Am anderen Ende der Leitung wurde ihm mitgeteilt, dass nirgendwo vermerkt sei, dass Beamte der Polizei vorbeikommen würden. "Für eine Schlange kommen wir nicht", soll es geheißen haben.

Also suchten sie Hilfe beim Cofib, der Artenschutzbehörde. Bei der Nummer, die rund um die Uhr erreichbar sein soll, ging nach etlichen Anrufen niemand ran. Mittlerweile war es bereits Nachmittag. Die L.s hatten die Schlange längere Zeit nicht gesehen, als ihre Katze plötzlich anfing, ununterbrochen einen Oleanderstrauch zu beobachten. "Sonst hätten wir gar nicht gemerkt, dass sie wieder in unserem Garten ist", sagt Andrea L. Nun saß das Tier direkt neben der Terrasse, und die L.s trauten sich erst recht nicht mehr in den Garten.

Mit ihren Versuchen, die Behörden dazu zu bewegen, sich das Tier anzuschauen und es falls nötig mitzunehmen, kamen sie nicht weiter. Eine Nachbarin konnte den Cofib schließlich erreichen, doch die Antwort war ebenfalls wenig zielführend: "Wir sind gerade bei der Fütterung und können nicht vorbeikommen", hätten die Beamten gesagt. Auf Anfrage der MZ erklärte Diana M. Salinero, Biologin beim Cofib und dort für das Einsammeln der Schlangen zuständig, dass man derzeit sehr ausgelastet sei. "Wir gehen aber die verpassten Anrufe durch und melden uns zurück", beteuert sie. Wer eine Schlange vorfindet, solle sich unter der Nummer 653-57 41 45 melden und am besten gleich ein Bild des Tiers per WhatsApp mitschicken.

Der Tag neigte sich dem Ende zu, und die Schlange war weiterhin im Garten. "Wir haben richtig reagiert, dort angerufen, wo wir sollten. Keiner ist gekommen. Wir fühlen uns komplett alleingelassen mit dieser Situation", unterstreicht die Teilzeitresidentin. Das Paar fürchtete sich vor der Schlange und wusste nicht, wie gefährlich sie sein konnte. Also nahmen die beiden das Problem selbst in die Hand. Sie hebelten die Schlange mit einem Stock aus dem Busch. Daraufhin verkroch sich das Tier in einem Wasserablaufschacht im Boden.

Hier kroch die Schlange herein und war danach nicht mehr zu sehen.

Hier kroch die Schlange herein und war danach nicht mehr zu sehen. / privat

Seitdem haben sie das Tier nicht mehr gesehen. "Wir wüssten gerne, welche Schlange es ist und ob wir uns Sorgen machen müssen", sagt Andrea L., die am Mittwoch vergeblich versuchte, online herauszufinden, um welche Art es sich handeln könnte. Nach Einschätzung der MZ anhand der Bilder könnte es sich um ein Exemplar der invasiven Hufeisennatter handeln.

Doch solange die L.s keine konkreten Antworten haben, fühlen sie sich in Haus und Garten nicht wohl. Sie würden sich auch nicht mehr trauen, die Fenster offenzulassen, falls das Tier ins Haus krieche. Auch in der Nachbarschaft habe der Vorfall Wellen geschlagen. "Wir sind alle sehr entsetzt, dass man in so einer Situation komplett im Stich gelassen wird", sagt Andrea L.

Schlangenfund als Alltagsgeschäft auf Mallorca

Die invasive Hufeisennatter breitet sich auf der Insel seit Jahren immer weiter aus. Sichtungen der Tiere in der Natur, im Meer oder sogar in Palma sind längst keine Seltenheit mehr. Am Mittwoch wurde auch in Bunyola eine große Schlange tot aufgefunden. Bereits am 24. Juni war zudem ein Polizist der Ortspolizei von Palma bei einem Schlangeneinsatz im Viertel Son Ferriol leicht verletzt worden. Das Tier war in ein Wohnhaus eingedrungen und von den Bewohnern in der Waschküche eingeschlossen worden. Als die Beamten die Schlange einfingen, biss sie einen Polizisten in den Arm. Der Beamte erlitt leichte Verletzungen und war außer Gefahr, denn die Tiere sind nicht giftig. Aber durch ihre Größe schon ziemlich angsteinflößend.

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