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Sorge um die Playa de Palma: Warum verliert Mallorca bekanntester Strand so schnell Sand?

Die Stadtverwaltung von Palma hat eine wissenschaftliche Untersuchung der Küstendynamik in Auftrag gegeben

Sorge um die Playa de Palma: Wieso verschwindet der Sand an einigen Abschnitten so schnell?

Sorge um die Playa de Palma: Wieso verschwindet der Sand an einigen Abschnitten so schnell? / Simone Werner

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Miguel Vicens

Miguel Vicens

Viel Promenade und immer weniger Strand. In Les Meravelles an der Playa de Palma ist der Sandstreifen an einigen Abschnitten noch mehr als 25 Meter breit. In der Gegend um die Porciúncula, näher an s’Arenal (Llucmajor), sind der beschleunigte Rückgang der Küstenlinie und der Sandverlust jedoch unübersehbar. An manchen Stellen bleiben bis zum Wasser nur noch knapp vier Meter Sandfläche. Dort fehlt den Badegästen der Platz, und sie liegen dicht gedrängt in der Sonne.

Verantwortliche im Rathaus besorgt

Die Stadtverwaltung von Palma ist besorgt über den Küstenrückgang an der Playa de Palma, der mittelfristig auch die Tourismusbranche der Gegend beeinträchtigen könnte. Die zuständige Abteilung des Rathauses steht daher kurz davor, für 16.000 Euro eine Studie zum Sandrückgang auf den fünf Kilometern der Playa de Palma zwischen dem Yachtclub von Can Pastilla und dem von s’Arenal in Auftrag zu geben.

Dabei handelt es sich um eine technische Untersuchung der Küstendynamik. Sie soll eine wissenschaftliche Antwort auf den in den vergangenen Jahren beobachteten fortschreitenden Verlust an Strandbreite liefern. Dieser verringere nach Angaben der Stadtverwaltung nicht nur „die nutzbare Fläche zum Baden, sondern erhöhe auch die Anfälligkeit der Küstenfront und beeinträchtige die ökologische und touristische Qualität dieses Gebiets“.

An einigen Stellen ist der Strand nur wenige Meter breit.

An einigen Stellen ist der Strand nur wenige Meter breit. / Miguel Vicens

Erst Studie, dann geplantes Projekt

Die städtische Infrastrukturabteilung benötigt die aktualisierte Studie, bevor die Verantwortlichen Entscheidungen treffen und eines ihrer ehrgeizigsten Projekte umsetzen werden: die landschaftliche Erneuerung und Wiederherstellung der Playa de Palma. Dabei sollen die funktionalen Probleme des Feriengebiets an der Promenade angegangen werden – weit mehr als ein ästhetischer Eingriff.

Mit dem Projekt will das Rathaus auch die Mängel des Entwässerungssystems und dessen fehlende Durchlässigkeit sowie den Mangel an Schattenplätzen und Grünflächen beheben.

Der Rückgang des Strands und der fortschreitende Verlust seiner Breite seien dabei „eines der größten strukturellen Probleme der Umgebung“. Es sei daher unabdingbar, die Ursachen zu ermitteln und geeignete Lösungen zu finden.

Vom Bau der Häfen bis zur Sandaufspülung von 1986

Die Erosion und der Rückgang der Küstenlinie begannen bereits in den 1960er-Jahren mit der Bebauung der Küste und dem Bau der Sporthäfen von Can Pastilla und s’Arenal. Das geht aus einem Bericht von Mar Balear hervor, der den Rückgang seit 1956 und bis zum Jahr 2008 beschreibt. Damals war s’Arenal praktisch noch eine unberührte Gegend.

Mit der Bebauung kam es im nördlichen Teil des Strands, in der Gegend von Can Pastilla, zur größten Veränderung. Dort verlagerte sich die Küstenlinie im Schutz der neuen Hafenmolen stark.

Aufschüttung mit Sand

1986 kam es zu einem weiteren sehr bedeutenden Ereignis. Der Strand wurde mit 470.000 Kubikmetern Sand aufgeschüttet. Dadurch nahm die Strandfläche zwischen 1985 und 1990 um 125.000 Quadratmeter zu.

Die historische Analyse ergab, dass die Strandfläche 20 Jahre später rund 230.000 Quadratmeter betrugt und damit 1,8-mal so groß war wie vor der Aufschüttung. Auch die durchschnittliche Strandbreite stieg durch die Maßnahme von 22,9 auf 45,9 Meter.

Der Strandabschnitt Meravelles der Playa de Palma, wo der Strand bis zu 30 Meter breit ist.

Der Strandabschnitt Meravelles der Playa de Palma, wo der Strand bis zu 30 Meter breit ist. / Miguel Vicens

Zwischen 1990 und 2008 zeigte die Küstenlinie jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Im Norden des Strands, in Can Pastilla und in den durch die Sporthäfen geschützten Bereichen, sammelte sich Sand an, ebenso zwischen Ses Fontanelles und Les Meravelles.

Im südlichen Bereich beim Hafen von s’Arenal blieb die Lage stabil. Zwischen der Porciúncula und s’Arenal zog sich die Küstenlinie dagegen bis auf die Position vor der Sandaufschüttung von 1986 zurück.

Diese Prozesse haben sich in den 20 Jahren nach dem Untersuchungszeitraum deutlich beschleunigt, wie sich heute mit bloßem Auge erkennen lässt.

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