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Tiere hängen in Trauben an Pflanzen: Schneckenplage auf den Feldern auf Mallorca

Tiere sorgen für massive Schäden in der Landwirtschaft – Veränderte Konsumgewohnheiten und Anbaumethoden sorgen für vermehrtes Auftreten

Zu Hunderten sammeln sich die Kleinschnecken auf den Pflanzen.

Zu Hunderten sammeln sich die Kleinschnecken auf den Pflanzen. / J. Ortiz

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Auf zahlreichen Fincas Mallorcas bietet sich derzeit dasselbe Bild: Stängel, Zweige und Wildkräuter sind von Hunderten von kleinen Schnecken mit hellem Gehäuse und feinen dunklen Streifen bedeckt. Sie hängen in kompakten Trauben an den Pflanzen. Auch an Straßenrändern sind sie oft gut zu sehen, weil sie Kräuter oder Strommasten besiedeln. Es handelt sich um Mittelmeer-Sandschnecken (Theba pisana), die vor allem junge Kulturen bedrohen.

Schnecken hängen in dichten Trauben an Pflanzen

Im Gegensatz zur größeren Gefleckten Weinbergschnecke, die bei großer Hitze feuchte und schattige Orte sucht, klettern die caragolins, wie die Weichtiere auf Katalanisch heißen, massenhaft an Pflanzen, Zäunen und ähnlichem hinauf, um der extremen Hitze am Boden zu entkommen. Oben angekommen, sammeln sie sich in dichten Gruppen und verschließen ihr Gehäuse mit getrocknetem Schleim. Dadurch senken sie ihren Stoffwechsel ab und überstehen ungünstige klimatische Bedingungen somit besser.

Gerade dieses Verhalten macht die Schnecke für Landwirte problematisch. Die Caragolins sind zwar klein, messen gerade mal zwischen zwölf und 20 Millimeter, konzentrieren sich aber zu Hunderten auf einer einzigen Pflanze und fressen dort die jungen Triebe. Das schwächt das Wachstum der Kulturen, in manchen Fällen erschwert es auch mechanisierte Arbeiten auf den Feldern. Das betrifft vor allem Weinberge und Gemüsepflanzungen. Weil die Schnecken weit oben sitzen, wirken herkömmliche Behandlungen am Boden weniger gut. Landwirte müssen deshalb ihre Kontrollstrategien anpassen.

Die Schnecken fressen die jungen Triebe der Pflanzen und richten dadurch große Schäden an.

Die Schnecken fressen die jungen Triebe der Pflanzen und richten dadurch große Schäden an. / J. Ortiz

Nach Einschätzung des Verbands für ökologische Landwirtschaft auf Mallorca (APAEMA) begünstigen veränderte Konsumgewohnheiten und bestimmte Anbaumethoden ihre Vermehrung. „Früher war das Sammeln von Caragolins zum Verzehr üblich“, sagt APAEMA-Techniker Jordi Ortiz. Das gemeinsame Schneckenessen hätte nicht nur eine kulturelle und gastronomische Bedeutung gehabt, sondern auch dazu beigetragen, die Bestände unter Kontrolle zu halten.

Weniger Sammeln, mehr Bewuchs auf den Feldern

Mit dem Rückgang dieser Tradition sei ein Teil dieses natürlichen Regulierungsmechanismus verloren gegangen. Früher kamen Familien und Freundesgruppen zu Schnecken-Festessen zusammen, sogenannten caragolinades.

Hinzu kommen Veränderungen in der Landwirtschaft. Nach Angaben von Ortiz kann auch die auf Mallorca immer weiter verbreitete ökologische Landwirtschaft Nebenwirkungen haben. Weniger Eingriffe, mehr organisches Material und mehr Pflanzendecke schaffen zugleich günstige Bedingungen für die Schnecken. „Je mehr Gras vorhanden ist, desto stärker vermehren sie sich“, sagt Ortiz.

APAEMA empfiehlt deshalb eine ausgewogenere Bewirtschaftung. Die Reihen zwischen den Kulturen sollten bearbeitet werden und weniger Bewuchs aufweisen. So lasse sich die Ausbreitung begrenzen.

Zu den verfügbaren Mitteln zählt Ortiz Eisenphosphat. Es ist im ökologischen Landbau zugelassen, wirksam und umweltschonend. Außerdem nennt er traditionelle oder natürliche Methoden. Landwirte können etwa Wolle an Stämmen anbringen, um den Aufstieg der Schnecken zu erschweren. Auch Enten kommen infrage, weil sie viele Tiere fressen. Immer mehr Fincas setzen solche Formen biologischer Kontrolle ein.

Die Fachleute mahnen dennoch zur Ausgewogenheit. Die Caragolins gehören zum Ökosystem und erfüllen eine Funktion in der Biodiversität. Wenn die Bestände aber stark wachsen, werden sie zur Plage.

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